Buddeln für billige Netzanbindung
Aller Skepis der IT-Branche gegenüber dem möglichen Nutzen einer Entbündelung zum Trotz wagt sich ein unerschrockenes Firmentrio in großen Teilen von Wien an die Übernahme der "letzten Meile" zum Endkunden, die bisher allein die Telekom Austria betrieben wurde.
Die für "organisch gewachsene", kleine Unternehmen wie At.Net, Silverserver und Inode prohibitiv hohen Kosten für Räumlichkeiten in den Wählämtern der Telekom [um die 1,5 Millionen ATS pro Amt] vermeidet man, ähnlich wie das Internet-Protokoll Hindernisse, ganz einfach mit einem kleinen Umweg.
Bruchteil der Kosten
Man mietet sich um einen Bruchteil der Kosten in einem Gebäude
möglichst nahe am betreffenden Wählamt ein und legt die letzten
Meter Kupferkabel selbst.
Teile I-IV der FuZo-SerieWählämter mit Gewerbebetrieben
"Telefonie finden wir nicht so cool", sagte Oskar Obereder, Geschäftsführer des Silverserver, vielmehr sei es das Ziel, "hochbitratige Dienste inklusive der letzten Meile und vollständigen technischen Supports anzubieten".
Die Telekom werde nur noch für etwaige Kabelbrüche und andere mechanische Defekte auf der letzten Meile zum Kunden zuständig sein.
Natürlich konzentriere man sich, so Obereder weiter, auf die Wählämter mit den meisten Gewerbetrieben, nämlich auf die Wiener Bezirke vor allem innerhalb des Gürtels.
Heute Party
Während fünf dieser Pseudo-Kollokationen gerade fertig gestellt
werden, sind zwei Wählämter im achten und fünzehnten Bezirk schon
betriebsfertig. Aus diesem Grund feiert man heute ab 19.00 Uhr eine
Party im
K-Haus am Karlsplatz zu Wien.Vorreiter Inode
Ermöglicht hatte diese Entbündelung eine Klage des Providers Inode bereits im Jänner 2000 gegen die Telekom Austria.
Im Zusammenhang mit der Forderung, ADSL-Dienste für alle Anbieter zu öffnen, hatte Inode auch erfolgreich auf die Möglichkeit zur Entbündelung für jene Firmen geklagt, die keine Lizenz für Sprachtelefonie erworben hatten.
Inode klagt die Telekom AustriaZusammen mit At.net hatten die erwähnten Firmen, die seit den Anfängen des kommerziellen Internets in Österreich tätig sind, das "Vienna Backbone Service" gegründet, dem mittlerweile etwa 15 kleinere IT-Unternehmen angehören.
Vienna Backbone Service
