Konrad Zuses Z3 feiert Comeback
60 Jahre nach dem Bau der weltweit ersten frei programmierbaren Rechenmaschine haben Berliner Wissenschaftler einen Nachbau fertig gestellt.
Nachgebaut wurde der Designer-Z3 im Rahmen eines dreijährigen Gemeinschaftsprojekts der Freien und der Technischen Universität Berlin.
Auftakt zum Computerzeitalter
Die Z3 war die erste programmierbare Rechenmaschine der Welt,
konnte die arithmetischen Grundoperationen in beliebigen
Kombinationen ausführen und besaß einen Speicher für 64 Zahlen.
Rechenmaschine Z3 von Konrad Zuse wird 60"Pentium nicht wesentlich anders"
Mit der historisch korrekten Kopie des Z3 wollte das Team nachvollziehen, wie die Z3 - und damit auch heutige Rechner - funktionieren.
"Ein moderner Computer mit einem üblichen Pentium-Prozessor arbeitet im Prinzip nicht wesentlich anders", erklärt Horst Zuse, Initiator des 76.000 Euro teuren Projekts.
Wie bei der Erfindung seines Vaters Konrad Zuse befindet sich auch in jedem modernen Rechner ein Speicher, eine arithmetische Einheit und ein Steuerwerk.
"Laptop-Z3"
Im Gegensatz zum Original sollte allerdings der hundert Mal
kleinere "Laptop-Z3" auch für Laien verständlich sein. 2.400 eigens
installierte Leuchtdioden zeigen dem Betrachter, an welchen Stellen
gerade eine Zahl durchgeschaltet wird.
Nachbau der Z3 von Konrad ZuseVerkanntes Genie
Den Rückschlag, den Konrad Zuse durch die Zerstörung seiner Maschine erlitt, konnte der Ingenieur nie ganz wettmachen. Ihm blieb der Ruhm des Computer-Erfinders versagt.
Während die Entwicklung der ersten Computer in den USA mit Hochdruck vorangetrieben wurde, konnte Zuse von Unterstützung durch die Industrie nur träumen.
Zuses Firma wurde in den 60er Jahren von Siemens übernommen und 1971 geschlossen.
Der 1995 verstorbene Konrad Zuse hatte seine Z3 nicht einmal selbst zeigen können, um die Bedeutung seiner Erfindung wenigstens nachträglich zu belegen. Das war ein Grund für den Nachbau durch die Berliner Wissenschaftler.
