Musiktausch a la Napster wird legal
In Dänemark will der Gesetzgeber noch vor den Sommerferien grünes Licht für das Kopieren von Musik aus dem Internet über Tauschbörsen wie Napster geben.
Wie die Zeitung "Politiken" am Donnerstag meldete, hat sich die Regierung eine breite Mehrheit für den Parlamentsentscheid über einen bereits vorgelegten Gesetzesentwurf gesichert.
Wird der Entwurf tatsächlich Gesetz, werden sich - gemäß der internationalen Natur des Internets - seine Auswirkungen nicht auf Dänemark beschränken.
"Unüberschaubare Konsequenzen"
Sprecher der dänischen Musikindustrie sprachen sich in scharfer
Form gegen die Pläne aus. Sven Karnov, Chef des
Urheberrechts-Verbandes Copy-Dan, meinte: "Es wird zu
unüberschaubaren Konsequenzen führen, wenn Dänen gesetzlich freie
Bahn für das Laden von Musik über Dienste wie Napster bekommen."
Vom Starkult zur MusikvielfaltDigitale Musikkopie bisher verboten
Ein Sprecher des Kulturministeriums in Kopenhagen bestätigte, dass in Dänemark entgegen der US-Rechtsprechung künftig Musik vom Netz für private Nutzung ebenso legal kopiert werden kann wie von einer CD auf eine andere.
In dem skandinavischen Land ist bisher jede Form von digitaler Musikkopie verboten. Demnach ist derzeit auch auf Minidisk- oder MP3-Player geladene Musik illegal.
Kulturministerin Elsebeth Gerner Nielsen begründete die als sicher geltende Neuregelung mit der Absicht, "zeitgemäßere" Regeln zu finden.
Copyright-Abgabe von vier Kronen
Nach dem In-Kraft-Treten des Gesetzes sollen die Verbraucher auf
nicht bespielte CDs eine Copyright-Abgabe von vier Kronen [8,50 ATS]
zahlen. Diese seit längerem bekannten Pläne hätten zu massiver
Hortung von CD-Rohlingen bei den Verbrauchern geführt, berichtete
"Politiken".
Musikindustrie weiter im Internet-Dilemma
