Ermittlungen gegen New-Economy-Star
Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat nach Angaben der "Financial Times Deutschland" ein Ermittlungsverfahren gegen den Chef des deutschen Software-Hauses Intershop, Stephan Schambach, eingeleitet.
Wie die Zeitung unter Berufung auf einen Justizsprecher berichtete, wird der Verdacht "eines möglichen Verstoßes gegen das Börsengesetz" geprüft. Auch gegen Intershop-Finanzvorstand Wilfried Beeck werde ermittelt.
Gleichzeitig läuft laut "FTD" eine Prüfung des deutschen Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel [BAWe] wegen eines Verstoßes gegen Veröffentlichungspflichten. Der Hamburger Anwalt Rene Gralla hat demnach bei der Aufsichtsbehörde ein Bußgeld von 1,5 Millionen Euro gegen das Unternehmen beantragt. Er wirft dem Intershop-Management vor, Erlös- und Umsatzkrise "monatelang bewusst verschleiert" zu haben, um den absehbaren Kurseinbruch aufzuschieben.
Intershop: Beteiligungen erwünscht, Übernahme nichtKursmanipulation
Nach Angaben der Zeitung gingen bei der Behörde vier Strafanzeigen ein, die zum Teil von Aktionären des Jenaer Software-Unternehmens stammten. Diese werfen Schambach und Beeck Kursmanipulation vor.
Ziel der Anleger könnte es dem Blatt zufolge sein, sich in dem Strafverfahren Fakten ermitteln zu lassen, um dann vor einem Zivilgericht auf Schadenersatz klagen zu können.
Gestern Quartalsergebnis vorgelegt
Intershop hat im ersten Quartal 2001 einen höheren Umsatz als von Analysten prognostiziert erzielt, blieb beim Nettoergebnis jedoch leicht hinter den Erwartungen zurück.
Der Umsatz sei gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 Prozent auf 20,3 Millionen Euro gesunken [Vorjahr: 25,0], teilte das im Blue-Chip-Index des Neuen Marktes, Nemax50, gelistete Unternehmen am Mittwoch mit.
Zudem ist ein Nettoverlust von 34,6 Millionen Euro nach einem Nettogewinn von 1,6 Millionen Euro entstanden.
