19.04.2001

PREISKAMPF

Bildquelle: intel

Pentium 4 um die Hälfte verbilligt

Die Markteinführung von Intels Pentium 4 am kommenden Montag ist von einem aggressiven Preiskampf begleitet: Das neue Modell mit 1,7-GHz-Prozessor wird 350 Dollar und nicht wie ursprünglich geplant 700 bis 1.000 Dollar kosten.

Bereits zu Wochenbeginn hatte Intel die Preise für seine Prozessorpalette inklusive der aktuellen Spitzenmodelle gesenkt. Weitere Preissenkungen stehen bevor: So soll der Verkaufspreis für den 1,5-GHz-Pentium noch in diesem Monat auf 255 Dollar fallen. Im Vergleich zum Verkaufspreis der Vorwoche [637 Dollar] würde das eine Preisreduktion von 60 Prozent bedeuten.

Mit der Preissenkung will Intel den Pentium-4-Verkauf ankurbeln.

AMD mit gutem Quartalsergebnis

Advanced Micro Devices [AMD], Intels Hauptkonkurrent auf dem Markt für Mikroprozessoren, hat die Wall Street mit einem soliden Geschäftsabschluss für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001 überrascht. Mit seinen neuen Hochleistungschips für PCs konnte AMD dem Branchenführer Intel Marktanteile abnehmen.

AMD konnte in dem am 1. April beendeten Quartalsabschnitt den Umsatz um neun Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar [1,4 Mrd. Euro] erhöhen. Der Gewinn fiel auf 124,8 [Vorjahr: 189,3] Millionen Dollar. Das berichtete AMD am Mittwoch nach Börsenschluss.

Der Gewinn pro Aktie betrug 37 [55] Cents. Damit hat AMD die Wall-Street-Gewinnerwartungen von 33 Cents deutlich übertroffen. Die AMD-Aktien sind am Mittwoch um knapp 30 Prozent auf 29,85 Dollar in die Höhe geschossen.

Schrumpfende Margen

AMD hat zwar bisher keine Preissenkungen angekündigt, aber nach den bisher gültigen "Spielregeln" zwischen den Erzrivalen werden diese allseits erwartet.

Intel hat allerdings schon jetzt mit sinkenden Gewinnmargen zu kämpfen. Erst diese Woche hat das US-Investmenthaus Morgan Stanley seine Gewinnschätzung je Aktie für dieses und das nächste Jahr nach unten revidiert.

Die Revision wurde aber nicht mit der Situation auf dem PC-Prozessormarkt, sondern mit der anhaltend schwachen Nachfrage nach Chips aus dem Kommunikationssektor begründet, sodass weitere Korrekturen nach unten folgen dürften.