Pentium 4 um die Hälfte verbilligt
Die Markteinführung von Intels Pentium 4 am kommenden Montag ist von einem aggressiven Preiskampf begleitet: Das neue Modell mit 1,7-GHz-Prozessor wird 350 Dollar und nicht wie ursprünglich geplant 700 bis 1.000 Dollar kosten.
Bereits zu Wochenbeginn hatte Intel die Preise für seine Prozessorpalette inklusive der aktuellen Spitzenmodelle gesenkt. Weitere Preissenkungen stehen bevor: So soll der Verkaufspreis für den 1,5-GHz-Pentium noch in diesem Monat auf 255 Dollar fallen. Im Vergleich zum Verkaufspreis der Vorwoche [637 Dollar] würde das eine Preisreduktion von 60 Prozent bedeuten.
Mit der Preissenkung will Intel den Pentium-4-Verkauf ankurbeln.
Intel antwortet mit Preissenkungen auf Vormarsch von AMD
Ein Analyst von Lehman Brothers in San Francisco hält die von
Intel eingeschlagene aggressive Preispolitik für die einzige
Möglichkeit, dass Intel doch noch das angestrebte Verkaufsziel von
zwanzig Millionen bis Jahresende erreicht. "Die Konsumenten
interessiert mehr der Preis und nicht so sehr die Megahertz", fügte
er hinzu. Die Spitzenmodelle des Pentium 4 kosten seit Wochenbeginn
zwischen elf und 19 Prozent weniger, die Pentium-3-Modelle werden um
bis zu 16 Prozent günstiger angeboten. Daneben wurden auch die Preis
für einige Celeron-Modelle und die mobilen Varianten des Pentium 3
und des Celeron heruntergesetzt. Als Triebfeder für bereits
vollzogene und die erwarteten Preissenkungen Intels gelten AMDs
Erfolge bei der Eroberung größerer Marktanteile.
Intel kündigt 1,7-GHz-Prozessor anAMD mit gutem Quartalsergebnis
Advanced Micro Devices [AMD], Intels Hauptkonkurrent auf dem Markt für Mikroprozessoren, hat die Wall Street mit einem soliden Geschäftsabschluss für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001 überrascht. Mit seinen neuen Hochleistungschips für PCs konnte AMD dem Branchenführer Intel Marktanteile abnehmen.
AMD konnte in dem am 1. April beendeten Quartalsabschnitt den Umsatz um neun Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar [1,4 Mrd. Euro] erhöhen. Der Gewinn fiel auf 124,8 [Vorjahr: 189,3] Millionen Dollar. Das berichtete AMD am Mittwoch nach Börsenschluss.
Der Gewinn pro Aktie betrug 37 [55] Cents. Damit hat AMD die Wall-Street-Gewinnerwartungen von 33 Cents deutlich übertroffen. Die AMD-Aktien sind am Mittwoch um knapp 30 Prozent auf 29,85 Dollar in die Höhe geschossen.
Schwäche des Telekommarktes
AMD hat mehr als 7,3 Millionen PC-Prozessoren verkauft. Der
PC-Chip-Absatz brachte Rekordumsätze von 661 Millionen Dollar, plus
17 Prozent. Bei PC-Prozessoren und bei Flash-Memory-Produkten seien
Marktanteile gewonnen worden, erklärte Firmen-Chef W.J. Sanders. Der
Telekommunikationsmarkt ist jedoch schwach. Deshalb verbuchte AMD
mit seinen Flash-Memory-Erzeugnissen einen Umsatzrückgang um zehn
Prozent auf 411 Millionen Dollar. Das Unternehmen rechnet damit,
dass die PC-Branche im Gesamtjahr 2001 im hohen einstelligen Bereich
wachsen wird. Der Konzernumsatz könnte im zweiten Quartal auf Grund
dieser Faktoren je nach Marktlage um bis zu zehn Prozent fallen. Für
2001 rechnet AMD mit einem bescheidenen Umsatzwachstum.
AMD-Quartalsergebnisse im DetailSchrumpfende Margen
AMD hat zwar bisher keine Preissenkungen angekündigt, aber nach den bisher gültigen "Spielregeln" zwischen den Erzrivalen werden diese allseits erwartet.
Intel hat allerdings schon jetzt mit sinkenden Gewinnmargen zu kämpfen. Erst diese Woche hat das US-Investmenthaus Morgan Stanley seine Gewinnschätzung je Aktie für dieses und das nächste Jahr nach unten revidiert.
Die Revision wurde aber nicht mit der Situation auf dem PC-Prozessormarkt, sondern mit der anhaltend schwachen Nachfrage nach Chips aus dem Kommunikationssektor begründet, sodass weitere Korrekturen nach unten folgen dürften.
Konsumenten dürfen sich freuen
Über die Preissenkungen können sich die Konsumenten zwar freuen.
Anleger und Analysten sehen in der Entwicklung allerdings den Beginn
eines verschärften und ruinösen Preiskampfs zwischen Intel und AMD.
Ruinöses Prozessor-Dumping befürchtet
AMD auf Überholkurs
