Von der Information zur Weisheit
Wir können aus dem Internet eine Menge an Informationen herunterladen, nicht aber automatisch auch "Verstehen".
Unsere Liebesbeziehung zu Computersystemen, so Clifford Stoll, Internet-Guru der ersten Stunde, beschert uns eine Menge Daten, viel Information, sehr wenig Wissen und keinerlei Weisheit.
"Weisheit und Verständnis sollte unsere Gesellschaft schätzen, statt dessen fördern und verkaufen wir Daten und Informationen.
Doch was ist Information? "Information ist ein Unterschied, der einen Unterschied macht", so ein Ausspruch von Gregory Bateson, der sich bereits in den 40er Jahren mit dem Messen von Information beschäftigte.
Claude Elwood Shannon als Vater des "Bit"
Den Begriff "Bit" als Maßeinheit für Daten führte erstmals Claude
Elwood Shannon ein. Dem Vater der Informationstheorie, der am 25.
Februar verstorben ist, ging es um die mathematische Berechnung der
bestmöglichen Kanalauslastung bei der Übertragung von Daten und um
die Komprimierung, also Reduzierung von Information.
Nachruf auf Claude E. Shannon von Friedrich KittlerVom Bit zum Qubit
In der Quantenphysik ist das Shannonsche Informationsbild heute nicht mehr anwendbar, so Anton Zeilinger vom Institut für Experimentalphysik der Universität Wien.
Denn im Gegensatz zum Bit läßt das Qubit nicht nur eine Antwort auf eine bestimmte Frage zu.
Ein Anwendungsbereich, wo man sich das sonderbare Verhalten des Qubits zunutze macht, ist die Quantenkryptographie.
Wird einem Qubit die falsche Frage gestellt, dann geht damit auch die richtige Information verloren.
Homepage Anton ZeilingerInformationswunder
Ganz im Sinne Shannons ist auch dem Statistiker Norbert Kusolitsch von der TU Wien die quantitative Charakterisierung von Information ein Anliegen.
Ihm geht es um das Bestimmen von Wahrscheinlichkeiten.
Demnach hätte ein Wunder für ihn den höchsten Informationswert, weil dessen Wahrscheinlichkeit gleich null ist.
Heute um 22:30 im Ö1-Magazin m@trix
It's m@trix-time und Sie hören, was wir senden. Ob etwas und was
bei Ihnen ankommt, das wissen wir Radiomenschen nicht. Auch nicht,
ob wir Ihnen etwas Neues erzählen oder ob die von uns vermittelten
Informationen für Sie redundant sind. Was sich in der
Informationstheorie so tut, unter welchen Deckmänteln sie auftritt
und ob aus Information auch wirklich Wissen entstehen kann, darüber
geben Experten aus der Quantenphysik, der Wissenschaftstheorie, der
Logik, Statistik und Medienkunst Auskunft. Wenn Sie uns zuhören,
dann werden Sie am Ende zumindest eine Gewissheit haben. Mit dem
Summerton wird es dann 23 Uhr sein.
m@trix - computer & neue medien
