02.04.2001

TANTE JUTTA

Bildquelle: www.zazie.at

Auf den Trümmern der New Economy

Als sich der Staub langsam zu legen begann, erhob sich über den Trümmern abgestürzter Start-ups und eingestampfter Portale ein großes Palaver und Geschrei.

Von Amazon-Späteinsteigern über Telekom-Aktionäre und Online-Broker bis zu den WAP-Fantasten herrschen Wehklagen und Empörung über das Medium Internet.

Je später, desto eher

Wie ein Blick auf die Flugschreiber jener Firmen zeigt, die in den letzten Wochen unsanft herunterkamen, gilt in der New Economy anscheinend das Paradigma: "Je später abgehoben, desto eher wieder unten".

Die frühen Überflieger der New Economy halten sich - spektakulären Sturzflügen an den Börsen zum Trotz - noch immer in der Luft oder sind wie e-Toys zumindest auf dem Bauch gelandet.

Die UMTS-Seuche geht um

Wer ist der Nächste? Die guten alten Telekoms?

Gerade eben waren sie noch superreich und einkaufstoll gewesen und nun hat sie UMTS erwischt. Finanzielle Auszehrung und dramatischer Flüssigkeitsverlust sind die hauptsächlichen Symptome der UMTS-Seuche, die auf Auktionen im Jahr 2000 zuerst in Großbritannien und dann in Deutschland ausgebrochen ist.

In etwas milderer Form sucht sie nun jene Staaten in Europa heim, wo die Gier des Staats auf die Milliarden der Telekoms, die jetzt für Investitionen fehlen, den Ausbruch begünstigt hat.

Die gute Nachricht

Jetzt, da man immer schon gewusst hat, dass die Informationstechnologien hochgradig überschätzt sind, revolutionieren diese gerade die gesamte Wirtschaftswelt von innen.

Überall wird mit DSL und Virtual Private Networks firmenübergreifend verbunden, was miteinander kommunizieren soll. Standard-Software, Datenbanken, Browser, E-Mail, Mobiltelefonie und andere Elemente werden zu schnellen Informations- und Wissensmanagement-Systemen kombiniert.

Was früher "EDV-Dienstleistung" hieß, nennt sich nunmehr "System-Integration" - wie sie auch heißt, die ganze Branche hat trotz der so genannten Krise ausgesprochen gut zu tun.