30.03.2001

BUBBLE BURST

Bildquelle: beko

Dramatischer Ergebniseinbruch bei Beko

Bei der auf dem Frankfurter Neuen Markt notierten Beko sind im vergangenen Jahr die "Seifenblasen geplatzt".

Von einem schmerzenden Eckzahn und einem schwierigen Jahr 2000 geplagt, verkündete Vorstandschef Peter Kotauczek am Freitag vor Journalisten den Einbruch des Ergebnisses vor Steuer [EGT] von plus 8,7 auf minus 9,1 Millionen Euro [125,2 Mio. ATS].

Die Ergebnisse einzelner Töchter seien nach falschen Hoffnungen deutlich belastet, der Wert der Beko-Beteiligungen durch das schlechte Börsenklima verringert worden.

Die Gründe für den Ergebniseinbruch

Als Hauptgrund für den Ergebniseinbruch führte Beko an, dass die "Dot.com-Blase" geplatzt sei. Die Leute hätten erkannt, "dass das reale Leben in der Wirtschaft doch noch eine Bedeutung hat".

Der befürchtete Crash zum Jahreswechsel sei 1999/2000 weitgehend ausgeblieben. Die deutlichen Einbrüche des ersten Halbjahres hätten nicht mehr aufgeholt werden können. Viele Mitarbeiter, die Beko im Hinblick auf den Jahreswechsel bereitgestellt hatte, hätten daher umgeschult werden müssen. Angesichts des akuten Fachkräftemangels profitiere Beko jedoch nun von den Ausbildungsinvestitionen und der längerfristigen Bindung des Personals.

Alle negativen Aspekte seien jedoch bereits in die Bilanz des vergangenen Jahres eingeflossen. "Wenn uns der Markt diese Bilanz verzeiht, haben wir die beste Ausgangsposition aller börsennotierten IT-Unternehmen", meinte Kotauczek.

Ob die Beko Holding allerdings schon in diesem Jahr aus den roten Zahlen findet, wagt der Beko- Vorstandschef nicht vorauszusagen.

Keine Partnerschaft mit Brain Force

Neuen Partner sucht Beko nach dem geplatzten YLine-Deal zurzeit offenbar keinen.

Ankündigungen des Vorstandschefs des Wiener Software- und IT-Beratungsunternehmens Brain Force, Helmut Fleischmann, wonach es Gespräche zwischen Brain Force und Beko über eine mögliche Partnerschaft gebe, wollte Kotauczek am Freitag nicht näher kommentieren: "Das überlasse ich Herrn Fleischmann."

Brain Force sei ein unmittelbarer Konkurrent. Auch er würde Brain Force gerne kaufen, wenn er die finanziellen Mittel dafür hätte, so Kotauczek.