Milosevic-Telecom-Verbindung vor Gericht
Zwischen der römischen Tageszeitung "La Repubblica" und dem italienischen Außenminister Lamberto Dini ist ein Gerichtsstreit ausgebrochen.
Der Außenminister klagte die Zeitung wegen ihrer Berichte über mögliche Schmiergeldzahlungen der Telecom Italia an das Regime von Slobodan Milosevic, über die Dini Bescheid gewusst haben soll.
Wie Quellen des Außenministeriums am Donnerstag in Rom bekannt gaben, verletzten die Berichte der Tageszeitung Dinis "persönliche Würde und sein Image als Regierungsmitglied".
Telecom Italia finanzierte MilosevicFragliche Geldflüsse
Dini hatte am Mittwoch im Parlament die Glaubwürdigkeit der "Repubblica"-Recherche bestritten, die über mutmaßliche Schmiergeldzahlungen der Telecom bei der Übernahme einer 29-prozentigen Beteiligung an der serbischen Telekom im Jahr 1997 berichtet hatte.
Der Minister erklärte, dass weder das Außen- noch das Finanzministerium von der Telecom Italia über die Übernahme der serbischen Telekom informiert worden sei.
Vor dem Parlament hatte Dini den Vorwurf zurückgewiesen, wonach hinter der Übernahme der serbischen Telekom ein "perverses Projekt" seines Ministeriums stecke, um Milosevic zu unterstützen. "Diese Interpretation negiert die historische Wahrheit", sagte Dini.
