17.02.2001

VORWURF

Bildquelle: gotovje

Telecom Italia finanzierte Milosevic

Die Telecom Italia gerät wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen an die serbische Regierung des Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic unter Druck.

Wie die römische Tageszeitung "La Repubblica" in ihrer gestrigen Ausgabe enthüllte, hatte Stet International, eine Tochter der Telecom Italia, im Jahr 1997 umgerechnet 6,28 Milliarden Schilling für den Erwerb einer 29-prozentigen Beteiligung an Telekom Serbia bezahlt.

Drei Prozent der gezahlten Summe sollen als Schmiergelder an Milosevic bezahlt worden sein.

Politische Erwägungen

Laut "La Repubblica" habe die italienische Regierung mit dieser Operation versucht, aus politischen Erwägungen Milosevics Regime den Zusammenbruch zu ersparen.

"Das Geld des Telekom-Geschäfts diente dazu, um Milosevics Regime zu unterstützten, das damals in großen Schwierigkeiten war. Das Geld finanzierte auch die Militäroperationen im Kosovo. Die Operation ist Ausdruck von Zynismus und ein Fehler von Dini", sagte der nunmehrige Vize-Premierminister Zarko Korac im Interview mit "La Repubblica.

"Als wir noch in der Opposition waren, haben wir oft mit Unbehagen die Passivität Italiens Milosevic gegenüber beobachtet", so Korac.