Mit E-Government zu einer neuen Gründerwelle
Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein [ÖVP] erwartet sich vom neuen Online-Behördenratgeber für Unternehmen "help-business.gv.at" vor allem eine Unterstützung der Gründerwelle und eine Kosten- und Zeitersparnis für die Unternehmen.
"Selbstständig werden leicht gemacht" sei die Devise des Ratgebers, der vom Arbeiternehmerschutz, Krankmeldungen und Karenzregelungen über Arbeitnehmerverträge und Betriebsgründungen bis hin zum Firmen- und Grundbucheintrag alle unternehmensrelevanten Behördeninformationen bereitstellt.
Bartenstein hofft aber vor allem auf die zweite Phase dieser Behördenplattform, in der die Unternehmer ihre Amtswege über E-Government-Anwendungen vollständig elektronisch abwickeln sollen. Bis Ende 2002 will der Minister zunächst in ganz Österreich die elektronische Gewerbeanmeldung verwirklichen.
Diese soll im "One stop shop"-Verfahren per E-Mail bei einer Stelle, Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat, erfolgen. Die Bezirksbehörde soll die nötigen Dokumente elektronisch anfordern können. Für die vollständige elektronische Anmeldung fehlt allerdings noch eine Novelle der Gewerbeordnung, die derzeit noch die Vorlage bestimmter Originaldokumente des künftigen Gewerbebetreibenden verlange, so Bartenstein.
help-business.gv.at"Für die Verwaltung respektabel"
Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung [IV], Lorenz Fritz, hofft nach Einführung des behördenübergreifenden Internet-Ratgebers für Unternehmen auch auf eine Reform des Behördenapparats dahinter.
Die "One-Stop-Strategie" der neuen Plattform werde nicht funktionieren, wenn das "Back-Office" dahinter eine derart diversifizierte Behördenlandschaft sei.
Der Start von "help-business.gv.at" sei daher hoffentlich ein "Zusatzmomentum für die Verwaltungsreform", sagte Fritz zum Start des neuen Ratgebers.
Die rasche Implementierung des Behördenwegweisers sei aber ein "erfreulicher Schritt in die richtige Richtung zu E-Governement". Die 14 Monate, die seit der Geburt der Idee im Dezember 1999 bis zum heutigen Start vergangen sind, seien "für die Verwaltung respektabel", so der IV-Generalsekretär.
IndustriellenvereinigungUnternehmen wollen E-Government
Wirtschaftskammer-Generalsekretär Christian Domany beteuerte, dass die Bereitschaft zur Nutzung von E-Government-Lösungen bereits gegeben ist.
Eine Studie habe gezeigt, dass 63 Prozent der Unternehmen und 46 Prozent der Bürger künftig via Internet mit der Verwaltung kommunizieren wollen.
Erste Ansätze zum E-Government seien bereits in Planung. So werde der Justizausschuss am 13. März jene Regierungsvorlage behandeln, durch die die Übertragung der Bilanz via Internet ermöglicht werden soll.
Die Wirtschaftskammer selbst betreibe auf ihrer Homepage "wko.at" bereits seit längerem ein automatisiertes Gewerbeanmeldungsformular. Daneben findet man dort auch rund 100 Kollektivverträge sowie eine Datenbank aller heimischen Betriebe. Seit letztem Jahr verzeichnete die Wirtschaftkammer bereits über zehn Millionen Zugriffe auf der Site.
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