Mehr Internet statt Ärmelschonern
Die Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ] fordert einen Ausbau der Amtswege über das Internet für Österreichs Unternehmen.
Während bereits 27 Prozent der heimischen Einzelhändler übers Internet verkaufen, müssen sie ihre Umsatzsteuermeldungen, ihre An- und Abmeldungen von Dienstverträgen und ihre Gewerbeanmeldungen immer noch auf traditionellem Wege erledigen.
Jährlich fielen auf diese Weise 5,15 Millionen Meldungen an den Staat an, die alle mit Hilfe des Internets automatisiert werden könnten, heißt es seitens der WKÖ.
Forderung nach rechtlichen Rahmenbedingungen
Das Einsparungspotenzial für die österreichische Verwaltung liege
dabei bei rund 30 Prozent, so die Wirtschaftskammer. Um den
Informationsfluss zwischen Wirtschaft und Staat jedoch
automatisieren zu können, brauche es zunächst rechtliche
Rahmenbedingungen, die den Zugriff auf die entsprechenden Daten
ermöglichen. Die Forderungen der WKÖ erfolgten am heutigen "E-Day",
dem Internet-Informationstag der Wirtschaftskammer, der in diesem
Jahr zum zweiten Mal stattfand.
E-DayPotenzial vor allem im Kulturbereich
Die WKÖ beurteilt die Entwicklung im heimischen E-Commerce generell positiv. Im Jahr 2000 hätten Österreichs Einzelhändler bereits 0,3 Prozent des Gesamtumsatzes via Internet eingenommen. Bis 2003 sollen es nach Angaben des Beratungsunternehmen A.T. Kearney bereits drei Prozent sein.
Bereits 40 Prozent der heimischen Internet-Käufer bevorzugten die Bezahlung via Kreditkarte. Österreich habe nicht zuletzt mit der Einführung des E-Commerce-Gütezeichens das Vertrauen in den E-Commerce gestärkt und dabei eine Vorreiterrolle bei der Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für Online-Shopping in Europa eingenommen.
Potenzial gibt es laut Wirtschaftskammer noch im Verkauf von Informationen wie Texten, Bildern und Filmen via Internet. Vor allem im Kulturbereich habe Österreich gute Chancen, sich führend im Internet zu positionieren, so die WKÖ.
Unternehmerratgeber unter "www.help-business.gv.at"
Als ersten Schritt in Richtung Erweiterung des heimischen
"E-Governement" startete die Bundesregierung heute einen digitalen
Unternehmensratgeber. Der neuen Ratgeber wurde vom Ministerium für
öffentliche Leistung und Sport in Zusammenarbeit mit dem
Wirtschafts- und Arbeitsministerium und der Industriellenvereinigung
[IV] gestaltet. Die neue Plattform ergänzt den bisherigen
"help.gv.at"-Ratgeber um 30 neue unternehmensrelevante Lebens- und
Berufssituationen.
Digitaler UnternehmensratgeberVorreiterrolle beim Signaturgesetz
EU-Botschafter Gregor Woschnagg etwa will dazu die neue Sozialversicherungskarte nutzen. Die erforderlichen Zusatzinformationen sollten auf dieser Chipkarte gespeichert werden.
Diese nicht unumstrittene Bürgerkarte sollte in einem weiteren Schritt auch grenzüberschreitend eingesetzt werden.
Österreich habe mit seinem Signaturgesetz in der digitalen Verwaltung eine Vorreiterrolle innerhalb der EU eingenommen. "Die staatlichen Stellen müssen rasch agieren, damit das Potenzial des Internets voll genützt werden kann", so der EU-Botschafter.
Wirtschaftskammer Österreich
