Ron Sommer verteidigt seine Strategie
Der unter öffentlichen Beschuss geratene Chef der Deutschen Telekom, Ron Sommer, hat gestern seine Strategie neuerlich verteidigt und zeigt sich zuversichtlich über die künftige Entwicklung von Konzern und Aktienkurs.
Den jüngsten "Sturm" auf den Aktienmärkten werde die Telekom überstehen, sagte Sommer weiter. Zugleich stellte er nochmals klar, dass er nicht zurücktreten wolle.
Sommer war zuletzt in die Kritik geraten, nachdem der Aktienkurs des ehemals größten deutschen Börsenkonzerns eingebrochen war. Die T-Aktie notiert mit einem Niveau von rund 27 Euro [372 ATS] nach wie vor auf ihrem tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren
Sommer: "Kein Grund zum Rücktritt"
Vorstandsvorsitzender Sommer sieht trotz der gegen ihn erhobenen
Vorwürfe, Managementfehler begangen zu haben, keinen Grund für einen
Rücktritt.
DT-Chef Sommer tritt nicht zurück"Wir sind nicht überschuldet!"
Zusätzlich belastet wurde der Kurs des Unternehmens mit den weltweit meisten Kleinaktionären Analysten zufolge durch die geplante Übernahme des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream sowie durch die deutlich gestiegenen Konzern-Schulden infolge des Kaufs von Mobilfunklizenzen.
Vergangene Woche hatte die Telekom schließlich für viele überraschend mitgeteilt, dass sie ihre Immobilienbestände neu bewertet habe. Das wird den Reingewinn des Jahres 2000 um 1,5 Mrd. Euro oder rund 20 Prozent reduzieren.
"Wir sind nicht überschuldet. Die VoiceStream-Übernahme ist der richtige Einstieg in den US-Markt, und ich bin zuversichtlich, dass das klappen wird", sagte Sommer.
Aktionäre klagen Sommer
Einiges spreche dafür, dass zumindest beim zweiten und dritten
Börsengang keine wahrheitsgemäßen Angaben über das
Immobilienvermögen
gemacht worden seien.Sommer: Wollen Immobilien aggressiv veräußern
Mit Blick auf die Immobilien-Bewertungen sagte Sommer, die Vermögensbestände seien in der Vergangenheit nicht falsch, sondern anders bewertet worden.
Die Neubewertungen seien notwendig geworden, da die Telekom die Immobilien schnell und "aggressiv" veräußern wolle.
Die Ratingagentur Standard & Poor's [S&P] teilte gestern in New York mit, sie erwäge eine Herabstufung der Bonität der Telekom-Schuldtitel.
