27.02.2001

TELEKOM.DE

Bildquelle: FuZo

Aktionäre klagen Telekom-Chef Ron Sommer

Nach dem dramatischen Kursverlust der T-Aktie hat eine Gruppe von Telekom-Aktionären in Bonn Strafanzeige gegen Konzernchef Ron Sommer und den Unternehmensvorstand eingereicht.

Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen betonte am Dienstag, es bestehe der Verdacht des Verstoßes gegen das Börsengesetz, des Kapitalanlagenbetruges und der Verschleierung der tatsächlichen Unternehmensverhältnisse.

Einiges spreche dafür, dass zumindest beim zweiten und dritten Börsengang keine wahrheitsgemäßen Angaben über das Immobilienvermögen gemacht worden seien.

Empörung über hohe Kursverluste

Die Kläger vermuten, dass die Telekom schon seit geraumer Zeit über die Fehlbewertung der Immobilien informiert war, die notwendige Korrektur aber nicht rechtzeitig bekannt gab, um den dritten Börsengang oder die VoiceStream-Übernahme nicht zu gefährden.

Die Rechtsanwälte Gieschen und Wiebe vertreten nach eigenen Angaben bisher zehn Aktionäre, die teilweise mehr als 40.903 Euro [562.842 ATS] durch ihre Investitionen in Telekom-Aktien verloren. "Ein Mandant wollte die Berufsausbildung seiner Tochter damit sichern, nun ist das Aktienpaket nur noch die Hälfte wert", erzählte Gieschen.

Falls sich die Vorwürfe bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bestätigen, könnten die Mandanten auf Schadenersatz für die erlittenen Kursverluste klagen.