Razzia gegen Napster-User in Belgien
Auf Grund von Anzeigen der Musikindustrie ist es gestern bei mehreren belgischen Internet-Usern zu Hausdurchsuchungen gekommen, teilte ein belgischer Staatsanwalt Donnerstagabend mit.
Den Betroffenen wird vorgeworfen, per Napster urheberrechtlich geschütztes Material ausgetauscht zu haben.
Nach den Worten des Sprechers der belgischen Staatsanwaltschaft, Olivier Bogaert, habe die Polizei bereits vergangenen Dezember eine erste Hausdurchsuchung vorgenommen. Zwei weitere seien im Laufe des Jänners hinzugekommen.
Das europäische Parlament
hatte erst am Mittwoch einer Verschärfung der
Urheberrechtsbestimmungen zugestimmt. Auch für den Musikdownload per
Internet stehen Künstlern und Plattenfirmen danach entsprechende
Lizenzzahlungen zu. Wenige Tage vor der Abstimmung hatte ein
US-amerikanisches Berufungsgericht entschieden, dass der Austausch
von urheberrechtlich geschützten Musikstücken über Napser
unterbunden werden müsse.
Lobbying verhindert klares EU-CopyrightMusikindustrie will Musikpiraten tracken
Marcel Heymans, Generaldirektor des Interessenverbandes der Plattenindustrie in Belgien [IFPI], sagte, man habe die Polizei über die vermuteten Copyright-Verletzungen informiert.
Laut Heymans verfüge die IFPI mittlerweile über die erforderliche technische Ausrüstung, um Musikpiraten auf die Schliche zu kommen.
Derzeit würden nur User verfolgt, die trotz Verwarnung ihre illegalen Dateitauschpraktiken fortführen würden.
Allerdings könnte es relativ aufwendig werden, auf diese Weise die weltweit rund 40 Millionen Napster-User auf Copyright-Verletzungen zu untersuchen.
