11.02.2001

ETHIK

Bildquelle: NP

"Freie Software, freie Liebe!"

Die Hacker, die in den Computer des Weltwirtschaftsforums [WEF] eingedrungen sind, wollten damit nach eigener Aussage "die herrschenden Machtstrukturen unterminieren".

In einem Interview mit der Schweizer "SonntagsZeitung" erklärten die anonymen Hacker, die sich "Virtual Monkeywrench" nennen, die Attacke habe irgendwann im Laufe des vergangenen Jahres stattgefunden.

Schwierig war der Hack offensichtlich nicht: "Man könnte sagen, sie [die Daten, Anm.] lagen im Schaufenster und boten sich selbst an."

An der Attacke seien vier Personen beteiligt gewesen. Der Angriff wurde erst nach Ende des Weltwirtschaftsforums am Sonntag vergangener Woche bekannt.

Spaziergang

Auf die Frage nach ihrem Vorgehen antworteten die Hacker folgendermaßen: "Eindringen kann man das nicht nennen. Wir benutzten keine speziellen Hilfsmittel, bloß Standardsoftware. Und wir änderten nichts an der Sicherheitskonfiguration. Sie könnten auch jemanden fragen, wie er in einen offenen Hof spaziert sei."

"Virtual Monkeywrench", die ihre politische Haltung als Synthese zwischen Anarchismus und Hacker-Ethik beschrieben, verstehen die Veröffentlichung der Daten als Störaktion an einer "gut geölten Maschine".

"Freie Software, freie Liebe!"

"Virtual Monkeywrench" unterstützten auf globaler Ebene Kommunikation und Networking, sie seien aber gegen die globale Durchsetzung von Regeln, die einigen wenigen Profit bringe.

Ihr größter Traum ist laut dem Interview "eine Welt mit selbstbestimmten Menschen, die sich nichts und niemandem unterordnen wollen. Freie Software, freie Liebe!"

"Virtual Monkeywrench" bot der Zeitung außerdem noch "eine ähnliche" Datensammlung wie die vom Weltwirtschaftsforum zum US-Geheimdienst CIA an.