Weltwirtschaftsforum jagt Cracker
Nach dem Hackangriff auf vertrauliche Daten wie Kreditkartennummern von Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums [WEF] in Davos prüfen die Organisatoren rechtliche Schritte. Man bemühe sich noch, die Urheber des Datendiebstahls ausfindig zu machen, sagte WEF-Sprecher Charles McLean am Montag.
Bei Erfolg würden die Eindringlinge angezeigt. Von Seiten des Bundes haben die Computer-Piraten dagegen nichts zu befürchten.
Die Schweizer Bundesanwaltschaft werde nicht aktiv, sagte ein Sprecher. Ermittlungen gegen das Eindringen in ein Datensystem fielen in die Kompetenz der Kantone.
Die WEF-kritischen Kreise reagierten
am Montag unterschiedlich auf den Datenklau. Die
Anti-WTO-Koordination begrüßte den Coup der Hacker. Für die
Gegenveranstaltung "The Public eye on Davos" ist die Aktion klar
illegal.
Weltwirtschaftsforum Davos1.400 Teilnehmer informiert
Bis zum Montag hatten die Diebe nach Angaben McLeans noch keinen Missbrauch mit den Kenntnissen getrieben, Kreditkarten seien ohnehin umgehend gesperrt worden. Alle 1.400 betroffenen Forumsteilnehmer wurden informiert.
Geknackt wurden Kreditkartennummern, Passwörter und private Telefon- und Handynummern prominenter WEF-Teilnehmer.
Die Cracker waren in einen WEF-Server eingedrungen, auf dem vertrauliche Daten von WEF-Teilnehmern der vergangenen Jahre gespeichert waren.
Einbrecher cracken Daten von DavosWeiter für Diskussionen sorgen die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Forum. Noch immer unklar ist, was der riesige Aufwand gekostet hat.
Beim Schweizer Bund ist man am Rechnen, nächste Woche will man die Zahlen präsentieren. Der Steuerzahler habe ein Recht auf Information, sagte Oswald Sigg, Sprecher beim Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport [VBS].
Unklar bleibt somit, ob die Kosten fünf Millionen Franken [3,25 Mio. Euro/44,7 Mio. S] betragen, wie von der Bündner Regierung bekannt gegeben, oder sieben Millionen Franken, wie am Wochenende in der Presse verbreitet wurde, oder noch mehr.
