Weiter Streit um EU-Copyright-Richtlinie
Der aktuelle Vorschlag für die EU-Richtlinie über Copyright schütze die Interessen der Autoren viel zu wenig, meinte die grüne EU-Abgeordnete Mercedes Echerer heute bei einem Pressegespräch.
Echerer will kommende Woche bei der endgültigen Abstimmung im EU-Parlament [am 14. Februar] noch Änderungsanträge einbringen, um den Autoren das Recht auf Vergütung zu sichern und um die Vervielfältigung digitaler Werke durch Bibliotheken zu beschränken.
Die neue Copyright-Richtlinie der EU ["Urheberrechtsrichtlinie in der Informationsgesellschaft"] hat am Montagabend eine weitere entscheidende Hürde genommen. Der Justizausschuss des Europaparlaments verabschiedete eine entsprechende Vorlage, nach der vor allem die Rechte der Verbraucher beim Herunterladen von Musik aus dem Internet weiterhin geschützt werden.
EU-Copyright bleibt konsumentenfreundlich"Hyänenkampf"
Echerer will im EU-Gesetz, das am Montag durch den Rechtsausschuss des EU-Parlaments ging, festschreiben, dass Autoren nicht auf eine Entschädigung für die Vervielfältigung ihrer Werke verzichten dürfen.
Im Lobbying hätten die Parteien von Telekommunikationsfirmen über Gerätehersteller bis zu den Internet-Providern in einem "Hyänenkampf" versucht, jeweils ihre eigenen Rechte durchzudrücken, so Echerer.
Das sei aber verständlich, da das Gesetz "die wichtigste kulturpolitische Entscheidung der letzten Jahre" sei.
Keine Harmonisierung
Unterdessen kritisierte die EU-Konsumentenorganisation BEUC in einer Aussendung, dass mit dem Gesetz die Interessen der Urheber überwiegend gesichert worden seien, während auf die Interessen der Verbraucher nicht geachtet worden sei.
Insbesondere werde den Mitgliedsländern freigestellt, unterschiedliche Schutzniveaus zu schaffen. In dieser Form werde die Richtlinie die Entwicklung von "e-europe", also der digitalen Welt in Europa, behindern.
