Schutzlos Hackern und Crackern ausgeliefert
Ein wirksamer Schutz vor "Hacker-Angriffen" über das Internet ist nach Einschätzung Microsofts "erst in fünf bis zehn Jahren" möglich.
Erst dann werde sich die Infrastruktur des Netzes so verändert haben, dass eine größere Sicherheit gewährleistet werden könne, sagte Microsoft-Vizepräsident Craig Mundie am Montag am Rande des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos.
Microsoft war in der vergangenen Woche erneut Opfer einer DoS-Attacke [Denial of Service] geworden. Wegen seiner großen Präsenz im Internet sei Microsoft ein nahe liegendes Ziel, sagte Mundie, der bei Microsoft für Unternehmensstrategie zuständig ist.
Microsoft hatte die Attacke allerdings durch Eigenheiten seiner Serverarchitektur selbst enorm erleichtert.
Microsoft-Sprecher Rick Devenuti räumte am Samstag in einer Stellungnahme ein, dass der größte Softwareproduzent der Welt Teile seines Netzes nicht mit "ausreichenden Selbstschutz-Techniken" ausgerüstet habe. Damit ist offensichtlich die recht ungewöhnliche Architektur des MS-Netzwerkes gemeint: Statt - wie bei anderen großen Unternehmen üblich - die DNS-Server, die Domain-Namen in IP-Adressen aus derzeit vier Ziffern übersetzen, auf verschiedene Subnetze zu verteilen, liegen sie bei MS offensichtlich im gleichen Subnetz.
Microsoft gibt sich lernfähigLast der Geschichte
Momentan könnten sich sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen gegen Angriffe von Hackern nur unzureichend schützen, sagte Mundie weiter.
Die Ursache liege in der Entstehungsgeschichte des Internets, das ursprünglich als ein
relativ überschaubares Netz von Universitäten und Regierungseinrichtungen konzipiert worden sei.
Wie das Netz zukünftig sicherer werden soll, sagte Mundie allerdings leider nicht.
Das Internet als "feindliche Umwelt"Back-ups
Nach einem Bericht der Online-Ausgabe des "Wall Street Journal" vom Montag soll nun der Internet-Dienstleister Akamai Technologies helfen, Microsoft-Websites vor weiteren DoS-Angriffen zu schützen.
Akamai solle Back-up-Systeme für die wichtigsten Microsoft-Sites bereithalten, um Ausfälle zu verhindern, berichtete die Zeitung.
