Cisco bringt den Nobelpreis ins Netz
Die altehrwürdige Nobelstiftung hat eine Kooperation mit Cisco angekündigt, die die bisherigen und zukünftigen Preisträger und ihre Arbeit "ernsthaft" ins Netz bringen soll.
Bisher ist die Site gemessen an der inhaltlichen Fülle im Archiv der Stiftung eher knapp gehalten.
Die Mitglieder des Komitees sind "sehr konsevativ und gehören älteren Generationen an", wie Diane Dudeck, Marketing-Direktorin bei Cisco, anmerkt. "Es hat sehr lange und intensive Überzeugungsarbeit gekostet, sie davon zu überzeugen, dass es eine gute Idee ist, den Inhalt ihres Archives vollständig ins Netz zu stellen."
Nobepreis-SiteMikrobiologe als Webmaster
Außer der Alterstruktur der Komitee-Mitglieder stand einer umfangreichen Site bisher allerdings auch das recht strenge Vermächtnis Alfred Nobels im Weg, der die Verwendung von Geldern eigentlich nur für die Preisträger vorsieht.
Dementsprechend sieht laut Cisco auch die bisherige Netzinfrastruktur der Stiftung aus: eine bunt zusammengewürfelte Sammlung von Rechnern unterschiedlichsten Alters, die in einem Raum ohne Türschloss untergebracht sind.
Bei der Netzanbindung ist die Stiftung zudem auf verschiedene schwedische Universitäten angewiesen, die Bandbreiten zur Verfügung stellen.
Eine echte Überraschung war für Cisco das bisherige Personal: "Der Webmaster ist ein Mikrobiologe von Weltklasse", berichtet Tom Herbst von Cisco.
"Viele Sachen, die er mit seinem Team gemacht hat, sind wirklich einzigartig und innovativ. Das interne Netzwerk ist über Jahre gewachsen und besteht aus Elementen, die umwerfend einfallsreich oder aber schlicht katastrophal sind."
Die Versuche, die Preisverleihung ins Netz zu übertragen, scheiterten weitgehend an der unzureichenden Infrastruktur. Der Nobelpreis für Physik 2000 ging an drei Forscher, die mit ihren Arbeiten die Grundlagen für die moderne Informationstechnologie gelegt haben, und zwar speziell durch ihre Erfindung schneller Transistoren, Laserdioden sowie integrierter Schaltkreise [vulgo Chips].
Physik-Nobelpreis an "Vater des Mikrochips"Multimedia-Archiv
Für Cisco ist die Zusammenarbeit, in die der Konzern neben Kapital auch Know-how und Ausrüstung in beträchtlichem Umfang einbringt, ein PR-Coup, der in keiner Relation zu den Kosten stehen dürfte.
Das Unternehmen plant zusammen mit der Nobelstiftung das komplette Archiv aufwendig aufzubereiten und online zur Verfügung zu stellen.
Dabei sollen vor allem die in der Regel für den Laien unverständlichen Arbeiten der Preisträger auch allgemein verständlich dargestellt werden.
Das Ziel der Zusammenarbeit ist nichts weniger als die Online-Darstellung der "geistes- und naturwissenschaftlichen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts".
