23.01.2001

PR-COUP

Bildquelle: nobel

Cisco bringt den Nobelpreis ins Netz

Die altehrwürdige Nobelstiftung hat eine Kooperation mit Cisco angekündigt, die die bisherigen und zukünftigen Preisträger und ihre Arbeit "ernsthaft" ins Netz bringen soll.

Bisher ist die Site gemessen an der inhaltlichen Fülle im Archiv der Stiftung eher knapp gehalten.

Mikrobiologe als Webmaster

Außer der Alterstruktur der Komitee-Mitglieder stand einer umfangreichen Site bisher allerdings auch das recht strenge Vermächtnis Alfred Nobels im Weg, der die Verwendung von Geldern eigentlich nur für die Preisträger vorsieht.

Dementsprechend sieht laut Cisco auch die bisherige Netzinfrastruktur der Stiftung aus: eine bunt zusammengewürfelte Sammlung von Rechnern unterschiedlichsten Alters, die in einem Raum ohne Türschloss untergebracht sind.

Bei der Netzanbindung ist die Stiftung zudem auf verschiedene schwedische Universitäten angewiesen, die Bandbreiten zur Verfügung stellen.

Eine echte Überraschung war für Cisco das bisherige Personal: "Der Webmaster ist ein Mikrobiologe von Weltklasse", berichtet Tom Herbst von Cisco.

"Viele Sachen, die er mit seinem Team gemacht hat, sind wirklich einzigartig und innovativ. Das interne Netzwerk ist über Jahre gewachsen und besteht aus Elementen, die umwerfend einfallsreich oder aber schlicht katastrophal sind."

Multimedia-Archiv

Für Cisco ist die Zusammenarbeit, in die der Konzern neben Kapital auch Know-how und Ausrüstung in beträchtlichem Umfang einbringt, ein PR-Coup, der in keiner Relation zu den Kosten stehen dürfte.

Das Unternehmen plant zusammen mit der Nobelstiftung das komplette Archiv aufwendig aufzubereiten und online zur Verfügung zu stellen.

Dabei sollen vor allem die in der Regel für den Laien unverständlichen Arbeiten der Preisträger auch allgemein verständlich dargestellt werden.

Das Ziel der Zusammenarbeit ist nichts weniger als die Online-Darstellung der "geistes- und naturwissenschaftlichen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts".