Neuer Schock für Tech-Börsen
Gateway hat eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal ausgegeben. Umsatz und Gewinn werde in diesem Zeitraum deutlich unter den Erwartungen der Analysten liegen, teilte die Gesellschaft am Mittwoch nach Börsenschluss in New York mit.
Grund dafür sei eine Absatzschwäche bei PCs, die sich besonders im Feiertagsgeschäft bemerkbar mache.
Die Aktien von Gateway fielen im nachbörslichen Handel innerhalb von wenigen Stunden um 27 Prozent auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren und lösten eine Kettenreaktion aus.
Der Microsoft-Kurs gab vier Prozent nach, der Intels rutschte um fast zwölf Prozent ins Minus. Für Analysten ein Zeichen, dass die einstige Boom-Branche den Tiefstand noch nicht erreicht hat.
Gateway geht davon aus, dass die Umsätze zwar weiter ansteigen werden. Nach dem Thanksgiving-Fest sei jedoch klar, dass sie nicht in jenem Ausmaß steigen würden, um den Prognosen zu entsprechen, sagte Finanzchef John Todd. Gateway, der viertgrößte US-Hersteller von PCs, erwarte nun im vierten Quartal einen Umsatz von rund 2,95 Milliarden Euro. Damit liege das Unternehmen rund 550 Millionen Euro unter den Prognosen.

Branche geschlaucht
"Alle stehen schwer unter Druck. Die ganze Branche ist geschlaucht", stellte der US-Analyst Ashok Kumar fest.
Als Begründung für schwindendes Wachstum nannten die Unternehmen entweder Marktsättigung, den festen Dollar oder die zu hohen Erwartungen an die Aktien.
Der Technologie-Experte Steve Milunovich von Merrill Lynch sieht die Techologiewerte ebenfalls im Abwind. "Die Beweislast liegt aus unserer Sicht nun bei den Optimisten", sagte Milunovich. Man müsse weiter vorsichtig sein, da viele Analysten erst damit begonnen hätten, ihre Ergebnisprognosen abzuschwächen.

Kettenreaktion
Auch auf dem deutschen Aktienmarkt hat sich auch am Donnerstag im Mittagshandel keine Erholung abgezeichnet.
Der Neue Markt wurde durch die schwache US-Technologiebörse Nasdaq belastet, die in der Nacht auf ein neues Jahrestief gefallen war. Die Technologietitel im NEMAX 50 sanken um 3,41 Prozent auf 3 201,61 Punkte.
Größter Verlierer im DAX war die Halbleiter-Aktie Infineon, die zuletzt 5,39 Prozent auf 44,75 Euro abgab.
Erheblich waren auch die Verluste des Softwarewertes SAP, der schon am Mittwoch durch Herabstufungen verschiedener Investmentbanken deutlich verloren hatte.
Die Aktien der Deutschen Telekom gerieten nach Vorlage der endgültigen Neunmonats-Zahlen deutlich unter Abgabedruck. Zuletzt reihte sich die Aktie des ehemaligen Monopolisten mit 4,27 Prozent minus auf 36,78 Euro unter den DAX-Verlierern ein.
