Wiener gegen Handyverbot in "Öffis"
Wiener Handytelefonierer erteilen einem Handyverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln eine klare Absage, halten sich aber in öffentlichen Situationen mit ihren Telefongesprächen zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gfk-Studie im Auftrag der mobilkom austria.
Um andere nicht zu stören, telefonieren demnach 60 Prozent der Wiener bei privaten Gesprächen [55 Prozent bei beruflichen] kürzer oder beschränken sich auf das Wesentliche. Allerdings sind nur 31 Prozent bei privaten Gesprächen [36 Prozent bei beruflichen] bereit, diese auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen, um andere nicht zu stören.
Handy immer dabei
Das Handy ist dennoch fast überall dabei: Immerhin 86 Prozent tragen ihr Handy immer bei sich. Fast die Hälfte der Wiener kann sich ein Leben ohne Handy gar nicht mehr vorstellen.
Auf dem Vormarsch ist bei der Handynutzung die Lautlos-Funktion: Lediglich bei kulturellen Veranstaltungen [Theater, Kino, Konzert] schalten in Wien noch etwas mehr Menschen ab [44 Prozent] als auf lautlos [40 Prozent], das Gleiche gilt für Kirche und Begräbnis [50 Prozent schalten ab, 34 Prozent auf lautlos]. In allen anderen Lebenslagen wird entweder gar nicht abgeschaltet oder lautlos bevorzugt.
Die Studie wurde bereits zum neunte Mal vom Marktforschungsinstitut GfK Austria durchgeführt. Dabei wurden heuer 1.100 Handynutzer ab zwölf Jahren befragt.
70 Prozent gegen Handyverbot in "Öffis"
Eine klare Absage bekommt von den Wienern ein Handyverbot für öffentliche Verkehrsmittel: 69 Prozent sind gegen Handyverbote in Straßenbahnen und Autobussen, 68 Prozent gegen ein Verbot in U-Bahnen. Allerdings plädieren 71 Prozent der Befragten für ein Verbot in Flugzeugen.
Bereits bestehende Verbote wie in Krankenhäusern, Arztpraxen und Kirchen werden durchwegs positiv bewertet.
Für 78 Prozent der Wiener ist das Handy ein Gegenstand, der für die persönliche Sicherheit wichtig ist. 93 Prozent der Wiener Eltern finden es beruhigend, ihre Kinder am Handy erreichen zu können.
Handyverbot: Vorreiter Graz
In Graz besteht seit Mitte April ein heftig diskutiertes Handyverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln.
