Siemens-Jobabbau per Altersteilzeit

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27.08.2008

Der Abbau von rund 500 Mitarbeitern bei Siemens Österreich bis 2010 dürfte ohne Arbeitskampf über die Bühne gehen, so ein Medienbericht.

Die Verhandlungen laufen zwar noch, aber für fast die Hälfte der Betroffenen hat der Betriebsrat mit Siemens-Österreich-Chefin Brigitte Ederer dem Vernehmen nach bereits eine Lösung ausgehandelt. Sie sollen den Konzern per Altersteilzeit mit staatlicher Förderung verlassen, berichtet die Tageszeitung "Kurier" [Donnerstag-Ausgabe].

Dabei müsse Siemens allerdings tiefer in die Tasche greifen als ursprünglich geplant. Denn bei der Blockung der Altersteilzeit fließe die Förderung nur, wenn eine Ersatzkraft eingestellt wird. Bei allen "Gleitpensionisten", die nicht ersetzt werden, zahle Siemens den Betrag, den die Förderung ausmacht, selbst.

Siemens selbst wollte das Teilergebnis der Zeitung zufolge nicht kommentieren. "Die Verhandlungen laufen noch", so Konzernsprecher Harald Stockbauer, "daher geben wir dazu keine Stellungnahme ab." Auch die Kosten für den Personalabbau, der die Verwaltungskosten um rund 50 Mio. Euro jährlich senken soll, wollte er nicht beziffern. Bedeckt hielt sich auch Betriebsratschef Fritz Hagl: "Wir sind auf einem guten Weg, Zwischenstände der Verhandlungen wollen wir aber nicht kommentieren."

Der Siemens-Gesamtbetriebsrat [GBR] stimmte bei einer außerordentlichen Sitzung am Dienstag dem Interessenausgleich und Sozialplan zu, wie die Arbeitnehmervertreter in München mitteilten.

Drei Werke zur Disposition

Nicht so einig dürfte man sich freilich beim geplanten Verkauf von drei Werken der Simea-Gruppe sein. Siemens muss auf Druck des Konzerns das Elektronikwerk in Siegendorf, das Mechanwerk Wien und die Linzer Schaltkastenproduktion verkaufen.

Die Belegschaft fürchtet, dass dadurch mittelfristig auch das überlebende Werk Wien mit knapp 600 Mitarbeitern gefährdet ist. Eine Vorentscheidung darüber soll am 18. September im Aufsichtsrat fallen.

Den deutschen Siemens-Gesamtkonzern kostet der Abbau von insgesamt 16.750 Jobs laut Medienberichten rund 800 Mio. Euro.

(APA)