Saakaschwilis Website geht ins US-Exil

krieg
12.08.2008

Die Website des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili ist nach Denial-of-Service-Angriffen zu einem Provider in den USA umgezogen.

Die ursprünglichen Server in Georgien seien am Wochenende von Russen mit Angriffen überschwemmt und blockiert worden, sagte Nino Doijashvili, die Chefin des in Atlanta ansässigen Hosters Tulip Systems. Die in Georgien geborene Doijashvili machte in ihrer Heimat Urlaub, als am Freitag die Kämpfe begannen.

Angriff auf Webserver

Sie bot der Regierung sofort ihre Hilfe an, um die Websites President.gov.ge und die eines georgischen Fernsehsenders, Rustavi2.com, auf die Server ihrer Firma zu verlegen. Doijashvili sagte telefonisch, die Attacken könnten nach Moskau und St. Petersburg zurückverfolgt werden.

Auch der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski stellte Saakaschwili Platz auf seiner englischsprachigen Website zur Verfügung. Kaczynski sage, die "russische Föderation blockiert georgische Internet-Portale".

Attacke oder Cracker-Hobby

Inwieweit die DDoS-Angriffe von russischen Behörden gesteuert sind, ist unklar. Die schnell zum "Cyberwar" beförderten Attacken auf estnische Regierungswebsites im April 2007 - der estnische Verteidigungsminister wurde seinerzeit damit zitiert, deswegen den NATO-Bündnisfall auszurufen - sind von einer Expertengruppe des Computer-Notfallzentrums US-CERT schon bald darauf als das Werk mehrerer locker koordinierter Privatpersonen identifiziert worden.

(APA | AP | futurezone)