US-Heimatschutz hilft Estland

nato
04.07.2007

Untersuchung der DDOS-Attacke

Wie das US-Fachmedium InfoWorld am Dienstag berichtet hat, wird das US-Heimatschutzministerium eine Expertengruppe nach Estland schicken, um den Angriff auf die Computerinfrastruktur der Baltenrepublik zu analysieren. Außerdem sollen die estnischen Verantwortlichen in der Abwehr solcher Angriffe geschult werden.

Auch der US-Geheimdienst Secret Service werde die Esten in Sachen Computersicherheit unterstützen, wie das Heimatschutzministerium mitteilte. Estland hatte sich Mitte Mai an die NATO gewandt und sie in dieser Sache um Unterstützung gebeten.

Volkszorn oder kriegerischer Akt?

Bis heute ist nicht sicher, wer hinter den verteilten Angriffen auf die estnische Computerinfrastruktur steckt, die im April zeitnah zum politischen Konflikt um die Verlegung eines Kriegerdenkmals aus der Sowjetzeit in der estnischen Hauptstadt Tallinn stattfanden. Das Denkmal wurde am 27. April unter heftigen russischen Protesten abgebaut.

Die von InfoWorld befragten Sicherheitsexperten führten die Angriffe auf den geballten Volkszorn eines Teils der russischen Blogosphäre zurück. Es stecke keine einzelne Gruppe hinter den Angriffen, vielmehr habe es eine unglaubliche Vielfalt von Attacken von Privatleuten gegeben, die gemeinsam das estnische Netz in die Knie gezwungen hätten.

Estland war von seinem im Rahmen des Hitler-Stalin-Pakts erzwungenen Beitritt 1940 bis 1991 Teil der UdSSR. Nach der Unabhängigkeit hat sich die Republik 2004 sowohl der NATO als auch der Europäischen Union angeschlossen.

(InfoWorld | futurezone)