Siemens droht "Krach bis zum Anschlag"

Jobabbau
10.07.2008

Deutsche Gewerkschafter machen gegen den geplanten Stellenabbau bei Siemens mobil und wollen auch Streiks nicht ausschließen.

Auf die Stellenabbaupläne bei Siemens will die Gewerkschaft IG Metall notfalls mit Streiks reagieren. Ein Arbeitskampf sei das "letzte Mittel", sagte der bayrische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer der "Augsburger Allgemeinen Zeitung". "Wenn dies das letzte Wort des Konzerns ist, gibt es Krach bis zum Anschlag", meinte er zu dem Plan, weltweit 16.750 Stellen zu streichen. "Wir lassen uns das nicht gefallen."

Das Verhalten von Siemens-Chef Peter Löscher kritisierte der Gewerkschafter scharf: "Wenn Löscher nicht aufpasst, wird er zum Feuerlöscher, weil er ständig neue Brände löschen muss." Der bayrische IG-Metall-Chef warnte die Siemens-Spitze davor, frustrierte Mitarbeiter mit solchen Plänen in die innere Emigration zu treiben.

Jetzt bräuchten die Arbeitnehmervertreter erst einmal ausreichend Zeit, jeden Arbeitsplatz, der auf der Kippe steht, genau anzuschauen. Sie würden nun Löscher an sein ursprüngliches Versprechen erinnern, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

Löscher hofft auf Freiwilligkeit

Löscher hofft unterdessen, dass aus freien Stücken ausscheidende Mitarbeiter die Lasten des Abbaus von 16.750 Stellen für die Belegschaft mildern. "Fluktuation wird auch ein Thema sein, das uns behilflich sein kann", sagte Löscher am Mittwochabend vor dem Club Wirtschaftspresse in München.

Er dämpfte aber Erwartungen, dass Siemens die Einschnitte allein über das natürliche Kommen und Gehen bewältigen könne, da das Sparprogramm ganz bestimmte Funktionen vor allem in der Verwaltung betreffe.

Der Siemens-Chef hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass der Konzern weltweit 16.750 Stellen streichen wolle. In Österreich sollen 500 Jobs wegfallen.

(APA | AP | Reuters)