Siemens in Griechenland vor Gericht

Anklage
02.07.2008

Dem deutschen Technologiekonzern Siemens werden Bestechung und Geldwäsche in Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 2004 in Griechenland vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft Athen hat am Dienstag wegen Korruptionsvorwürfen gegen Siemens Anklage erhoben. Dem deutschen Konzern werden Bestechung und Geldwäsche im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Sicherheitssystemen für die Spiele 2004 und auch wegen Geschäften mit der griechischen Telefongesellschaft OTE vorgeworfen. Die griechische Justiz ermittelt in dem Fall bereits seit rund zwei Jahren.

Rund 100 Zeugen befragt

Die Anklage richtet sich nicht gegen bestimmte Personen. Sie erfordert zunächst, die Untersuchungen auszuweiten. Jeder, der in dem Fall als Verdächtiger bezeichnet wird, muss sich damit automatisch wegen der Anklagepunkte verantworten.

Bisher hat die Staatsanwaltschaft in dem Fall rund 100 Zeugen, darunter ehemalige Siemens- und OTE-Mitarbeiter, befragt.

Siemens soll in den 1990er Jahren zahlreiche Manager und Mitarbeiter von OTE bestochen haben, um bei einem Auftrag in Milliardenhöhe für den Ausbau und die Modernisierung des Telefonnetzes in Griechenland zum Zuge zu kommen und überhöhte Preise zu verlangen. Medienberichten zufolge erwägt OTE, auf Schadenersatz zu klagen.

Bei Siemens waren in den vergangenen Jahren mindestens 1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen verschwunden. Ein Großteil des Geldes ist vermutlich im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden

(APA | AP)