Siemens-Chef: Jobabbau unausweichlich
"Verwaltungen müssen schlanker werden"
Siemens-Vorstandschef Peter Löscher hat den geplanten Stellenabbau in seinem Unternehmen mit einem notwendigen Einsparen von Verwaltungskosten und wachsenden konjunkturellen Risiken verteidigt. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung [Montag-Ausgabe] sagte Löscher: "Unser Geschäft wächst. Aber unsere Verwaltungen müssen schlanker werden."
"Wir fordern von der Führungsebene und der Verwaltung genau das ein, was für die Mitarbeiter in den Fabriken selbstverständlich ist: Produktivität und Effizienz", so der Siemens-Chef.
Das bedeute "weniger Verwaltungen, weniger Bürojobs". Zu der kursierenden Zahl von 17.000 Stellenstreichungen sagte er: "Ende letzter Woche haben wir zuerst den Gremien unsere Pläne gegeben. Einige darin enthaltene Angaben haben offenbar gleich danach die Öffentlichkeit erreicht."
So schnell wie möglich Klarheit schaffen
"Wir haben das Ziel ausgegeben, vor allem in der Verwaltung bis 2010 rund 1,2 Milliarden Euro zu sparen. Weltkonjunktur und Ölpreis schaffen zusätzlichen Handlungsdruck. Wir müssen das Unternehmen jetzt wetterfest machen", so Löscher. Zu betriebsbedingten Kündigungen sagte der Siemens-Chef: "Der Stellenabbau soll so sozialverträglich wie möglich ablaufen. Kündigungen sind das allerletzte Mittel. Am Ende muss eine gute Lösung her."
Der Vorstandschef strebt jetzt zügige Verhandlungen mit dem Betriebsrat an, um konkrete Abbaupläne zu erarbeiten. Löscher unterstrich: "Ich möchte so schnell wie möglich Klarheit schaffen, je früher, desto besser. Denn natürlich ist Unsicherheit da, und jeder möchte konkret wissen, was kommt."
(dpa)
