EBay: Kein PayPal-Zwang in Australien
Wettbewerbsbehörde meldete Zweifel an
Das Online-Auktionshaus eBay hat vorerst Abstand davon genommen, das hauseigene Bezahlservice PayPal in Australien als einzigen Zahlungsweg vorzuschreiben.
Urspünglich sollten alle Angebote bei eBay in Australien ab 17. Juni nur noch via PayPal bezahlt werden können, die Einführung wurde nun auf den 15. Juli verschoben.
Die australische Wettbewerbsbehörde [Australian Competition and Consumer Commission, ACCC] hatte nach Bekanntwerden der Pläne eine Untersuchung eingeleitet und Bankinstitute und Nutzer des Online-Dienstes um Input gebeten. Beide Parteien lehnen das Vorhaben eBays aber rigoros ab. Laut Banken kostet eine Überweisung via PayPal mehr als eine normale Banküberweisung.
Weniger Wettbewerb durch PayPal
Am Donnerstag erklärte die ACCC, dass eBays Plan den Wettbewerb deutlich reduzieren würde, auch wenn, wie eBay ständig beteuert, die Nutzer durch die Verwendung von PayPal mehr Schutz erhalten würden. Allerdings sei die ACCC der Meinung, dass die Nutzer selbst am besten wissen würden, welche Zahlungsweise für sie am besten passe, daher sei die ACCC gegen den PayPal-Zwang.
EBay erklärte in einer Stellungnahme, dass es die Einführung der PayPal-Verpflichtung auf 15. Juli verschiebe und bis dahin versuche werde, die Behörde doch noch von den Vorzügen seines Plans zu überzeugen. Das Online-Auktionshaus sei der Meinung, dass die Vorteile für die Kunden durch diese Initiative es wert seien, dafür zu kämpfen.
EBay will die PayPal-Verpflichtung nach eigenen Aussagen als Schutz gegen Betrug einführen, Kritiker werfen eBay dagegen vor, damit nur bei PayPal für Umsatz sorgen zu wollen. Der Vorstoß in Australien könnte Vorbildcharakter für andere eBay-Märkte haben.
(AP)
