Siemens will sich an KPMG schadlos halten

bericht
07.06.2008

Der Technologiekonzern Siemens prüft in der Schmiergeldaffäre Schadenersatzansprüche gegen die Wirtschaftsprüfer von KPMG.

Die Rolle der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in der Affäre solle genauer beleuchtet werden, berichtete die Berliner Zeitung "Welt" in ihrer Samstag-Ausgabe. Dabei solle auch untersucht werden, ob möglicherweise Schadenersatzansprüche bestehen.

Die Wirtschaftsprüfer testieren seit Jahren die Geschäftsberichte des Technologiekonzerns. Während des Schmiergeldprozesses vor dem Münchener Landgericht hatten Zeugen wiederholt KPMG belastet. "Wir werden uns noch anschauen müssen, ob KPMG ihre Aufgaben ordentlich wahrgenommen hat", sagte ein Aufsichtsratsmitglied von Siemens der "Welt".

In Prozess belastet

In dem Prozess vor dem Münchner Landgericht hatte unter anderem ein ehemaliger Siemens-Manager gesagt: "KPMG kannte das Thema. Den Prüfern seien regelmäßig Zahlungen aufgefallen, allerdings sei nichts weiter geschehen. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG dagegen betonen, sie hätten "sämtliche Berichtspflichten im Rahmen der Abschlussprüfung der Siemens AG jederzeit in vollem Umfang erfüllt."

Vorstand und Aufsichtsrat von Siemens hätten noch auf der Hauptversammlung Ende Jänner bekräftigt, dass alle bisherigen Untersuchungen keine Zweifel an der Qualität der Abschlussprüfung durch die KPMG ergeben hätten. "Daran hat sich nichts geändert", sagte ein KPMG-Sprecher den Angaben zufolge.

In der Schmiergeldaffäre bei Siemens drohen auch mehreren Ex-Managern des Konzerns Schadenersatzklagen.

(AFP)