21.12.2005

TERMINIERUNG

Billiger zu Handys telefonieren

Der Telekom-Regulator entschied am Mittwoch über die schrittweise Vereinheitlichung und Senkung der unterschiedlichen Mobilfunk-Terminierungsentgelte, die einen wesentlichen Bestandteil für die Endkunden-Handytarife bilden.

Diese Handy-Zusammenschaltungstarife, die sich Telekom-Betreiber gegenseitig für die Zustellung von Gesprächen in die jeweiligen Mobilfunknetze verrechnen, sollen bis 2008 auf ein einheitliches Niveau gesenkt werden.

Ziel: Weniger als zehn Cent pro Minute

Die Senkung wird nun zu einer Vergünstigung der Gespräche vom Festnetz und vom Ausland in Mobilfunknetze führen, erklärte Telekom-Regulator Georg Serentschy.

Für die Mobilfunker bedeute die Entscheidung einerseits weniger Einnahmen, andererseits weniger Aufwendungen.

Der erste Senkungsschritt wird mit 1. Jänner 2006 erfolgen, so Serentschy. Die letzte Senkung - auf ein einheitliches Niveau von weniger als zehn Cent pro Minute - wird am 31. Dezember 2008 erfolgen.

Aktuelle Terminierungsentgelte

Derzeit bekommt die mobilkom von ihren Mitbewerbern für die Gesprächszustellung 10,86 Cent pro Minute, T-Mobile 13,18 Cent, One und tele.ring je 13,80 Cent und Hutchison als jüngster Marktteilnehmer sogar 19,62 Cent.

Mobilkom: Unnötiger Kniefall vor EU

Beim Marktführer mobilkom austria stößt die Regulator-Entscheidung auf heftige Kritik.

"Die Entscheidung ist an Absurdität nicht zu überbieten und ein unnötiger Kniefall und Anbiederung des österreichischen Regulators an die EU-Kommission", so mobilkom-Chef Boris Nemsic.

Die Nutznießer der Entscheidung seien ausländische Unternehmen wie tele.ring und Hutchison, während der österreichischen Industrie durch den Entfall von Einnahmen geschadet werde.

Rechtsmittel ausschöpfen

Die mobilkom verliere durch die neuen Tarife allein im nächsten Jahr 42 Mio. Euro. Man werde gegen die Entscheidung alle Rechtsmittel bis zu einer Beschwerde vor dem Verwaltungsgerichtshof [VwGH] ausschöpfen, kündigte Nemsic an.