Gewalt in Games stumpft Spieler ab
Der US-Psychologe Bruce Bartholow von der University of Missouri-Colombia und seine Kollegen konnten nach eigenen Angaben zeigen, dass das Hirn von Spielern von Games mit Gewaltinhalten auf Bilder von realen Gewaltszenen weniger reagierte, berichtet der "New Scientist".
Auf Bilder etwa mit toten Tieren und kranken Kindern reagierten sie allerdings normal.
Desensibilisierung durch Bilder
Dass sich das Hirn auf seine Umgebung einstellt und die geübten Spieler weniger auf verstörende Bilder reagieren, sei nicht überraschend, so Bartholow. Sie würden desensibilisiert, reagieren auf normale Szenen aber normal.
Allerdings sei ein Zusammenhang zwischen Aggressivität und der Menge an Gewalt der gespielten Spiele feststellbar gewesen: Jene Spieler, die im Spiel ihre Gegner am härtesten "bestrafen", hätten auch den größten Abfall bei der P300-Reaktion gezeigt.
These und Antithese
Es gibt sowohl für die These, dass Gewalt in Spielen auch die
Aggressivität fördert, als auf für die gegenteilige These Studien,
die diese belegen.
Debatte um Gewalt in Games neu entfachtGewöhnung an Reize
Die P300-Reaktion, gemessen in einem Hirn-EEG [Elektroenzephalogramm], ist laut Bartholow bei verstörenden, überraschenden und unbekannten Bildern mit emotionalen Inhalten stärker.
Während die einen darin einen Beweis für einen echten Zusammenhang zwischen virtueller und realer Gewalt sehen, kann die Studie jedoch nicht alle überzeugen.
Der Mensche gewöhne sich an viele Reize, in diesem Fall an Bilder. Das bedeute noch nicht, dass dieser Effekt in Zusammenhang mit echter Aggression stehe, so der Psychologe Jonathan Freedman von der Universität von Toronto.
Die Studie erscheint Anfang nächsten Jahres im "Journal of Experimental Social Psychology".
