20.08.2005

KONTROVERS

Debatte um Gewalt in Games neu entfacht

Die Diskussion über Gewalt in Videogames und deren etwaige Auswirkungen auf die Spieler flammt immer wieder neu auf.

Nun kommt eine US-Studie von der Saint Leo Universität bei Tampa [Florida] zum Ergebnis, dass Gewaltszenen in Games kurz- ebenso wie langfristig aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen fördern.

Doch Forscher der Universität von Illinois sind unterdessen genau zum gegenteiligen Ergebnis gekommen: Sie konnten keinen Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und aggressiverem Verhalten nachweisen.

Besonders anfällig für den Effekt seien Buben, berichteten Jessica Nicoll und Kollegen von der Saint Leo Universität bei Tampa auf einer Konferenz des Amerikanischen Psychologenverbandes in Washington. Das Team überprüfte und verglich die empirischen Daten von zahlreichen Untersuchungen der vergangenen 20 Jahre.

Der Studie zufolge reichen schon zehn Minuten Videospielen, um Kinder eigenen Angaben zufolge aggressiver zu stimmen.

Dmitri Williams, Medienforscher an der Universität von Illinois, konnte hingegen in einer einmonatigen Untersuchung von 75 Freiwilligen, die durchschnittlich 56 Stunden mit "Asheron's Call 2" verbrachten, und einer zweiten Gruppe, die einen Monat Game-abstinent leben musste, keinen Zusammenhang zwischen dem Spiel und Aggressionen der Spieler finden.