Debatte um Gewalt in Games neu entfacht
Die Diskussion über Gewalt in Videogames und deren etwaige Auswirkungen auf die Spieler flammt immer wieder neu auf.
Nun kommt eine US-Studie von der Saint Leo Universität bei Tampa [Florida] zum Ergebnis, dass Gewaltszenen in Games kurz- ebenso wie langfristig aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen fördern.
Doch Forscher der Universität von Illinois sind unterdessen genau zum gegenteiligen Ergebnis gekommen: Sie konnten keinen Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und aggressiverem Verhalten nachweisen.
Um dem aktuellen Trend zu Gewalt und Sex in Games entgegenzuwirken, trafen sich kürzlich Entwickler zur "Christian Game Developer Conference", bei der Spiele vorgestellt wurden, in denen Werte wie Glaube, Liebe und Hoffnung vermittelt werden.
Religion statt Gewalt in VideogamesBesonders anfällig für den Effekt seien Buben, berichteten Jessica Nicoll und Kollegen von der Saint Leo Universität bei Tampa auf einer Konferenz des Amerikanischen Psychologenverbandes in Washington. Das Team überprüfte und verglich die empirischen Daten von zahlreichen Untersuchungen der vergangenen 20 Jahre.
Der Studie zufolge reichen schon zehn Minuten Videospielen, um Kinder eigenen Angaben zufolge aggressiver zu stimmen.
Dmitri Williams, Medienforscher an der Universität von Illinois, konnte hingegen in einer einmonatigen Untersuchung von 75 Freiwilligen, die durchschnittlich 56 Stunden mit "Asheron's Call 2" verbrachten, und einer zweiten Gruppe, die einen Monat Game-abstinent leben musste, keinen Zusammenhang zwischen dem Spiel und Aggressionen der Spieler finden.
Es habe keine statistischen Unterschiede zwischen dem Verhalten von Gamern und Nicht-Gamern gegeben, urteilt der Forscher.
Die Studie von Jessica Nicoll
