Online-Gaming wird "ausgelagert"
Wer sich nicht in den untersten Leveln von "Warcraft" oder anderen zeitaufwendigen Spielen mit dem Aufbau seiner Spielfigur abmühen will, kann das auch von anderen Spielern für sich erledigen lassen.
In China gibt es mittlerweile professionelle Gamer, die gegen Bezahlung Spielfiguren aufleveln [im Spiel aufbauen], berichtet die "New York Times" ["NYT"].
Die "Gold Farmer" spielen in Schichten von zwölf bis 18 Stunden, um sich mit Online-Spielen ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Bezahlt werden sie von wohlhabenden Spielern aus der ganzen Welt, die sich die Mühen der unteren Level nicht selber antun möchten.
Für zwölf Stunden, sieben Tage die Woche, gibt es etwa 250 Dollar, erzählt ein 23-Jähriger, der ganz glücklich über seinen Job zu sein scheint: "Ich kann den ganzen Tag spielen." Andere bekommen weniger.
Mit Abos für Online-Spiele setzen die Spielefirmen derzeit pro Jahr an die 3,6 Milliarden Dollar um, so der Marktforscher DFC Intelligence.
Chinas Markt für Online-Gaming boomtNichts für Herzblut-Gamer
Die Spieler bauen die Figuren auf und verkaufen diese bzw. die gesammelten Gegenstände dann gegen echtes Geld. Allerdings ist der Job nicht nur reines Vergnügen, so die "NYT", auch hier gibt es Chefs und Quoten, die erfüllt werden müssen.
Hardcore-Spielern wird natürlich schon alleine die Idee ein Graus sein, doch der Markt, und gerade der chinesische mit seinen immer noch billigen Arbeitskräften, reagiert schlicht auf Nachfrage und Angebot. Gerade in China sind "Massively Multiplayer Online Games" wie etwa "World of Warcraft" zudem der absolute Renner. Die chinesische Regierung schätzt, dass 24 Millionen Chinesen Online-Games spielen, das wäre fast jeder vierte Internet-User.
100.000 "Vollzeit-Gamer"
Laut weiteren Schätzungen verdienen bereits 100.000 Chinesen als Vollzeit-Gamer ihren Lebensunterhalt. In einigen populären Spielen sollen zwischen 40 und 50 Prozent aller Spieler chinesische "Farmer" sein.
Die Spielefirmen selber sind ebenfalls gegen diese Praktiken, vor allem, wenn die erspielten Gegenstände gegen bares Geld den Besitzer wechseln. Sie haben den Farmen den Kampf angesagt, dennoch tauchen Angebote immer wieder etwa bei eBay auf.
Sony ist einen anderen Weg gegangen und hat für solche Tauschgeschäfte bei seinem Online-Game "EverQuest" ganz offiziell die Website Station Exchange ins Leben gerufen.
Sony profitiert von "EverQuest II"-Handel
