25.06.2005

WACHSTUM

Chinas Markt für Online-Gaming boomt

Alleine 2004 gaben rund 22,8 Millionen Chinesen 500 Millionen Dollar für Online-Games aus, und die Zahl soll in den nächsten Jahren weiter rasant steigen, berichtet die BCC anlässlich einer Konferenz der Spieleindustrie diese Woche in London.

Von den 1,3 Milliarden Chinesen leben 500 Millionen in großen Städten, wo es über Internet-Cafes leichten und billigen Zugang zu Online-Spielen gibt.

In den großen Cafes in Peking stehen mehrere hundert Rechner zur Verfügung, so Sunray Zhaohui Liu, Präsident der chinesischen Consulting-Firma New Synergy. Der Markt für Online-Gaming steige in Asien rasant, so Zhaohui Liu.

Dafür sorgt auch die chinesische Regierung, die nach Jahren des Misstrauens die Entwicklung von Online-Games fördert.

Online-Gaming gegen Schwarz-Kopien

Auch ein Bericht von PricewaterhouseCoopers erwartet für die kommenden Jahre im asiatischen Raum einen rasanten Anstieg der Ausgaben für Unterhaltung. Bereits 2008 soll China auf Grund des starken Wachstums Japan als den weltweit größten Markt ablösen.

Zumindest für die Hersteller allerdings bereitet der Markt noch einiges an Kopfzerbrechen, da schwarz gebrannte Kopien von Spielen in China ein großes Problem darstellen. Diese werden meist zu einem Bruchteil der Originalpreise verkauft und erfreuen sich entsprechend großer Beliebtheit.

Daher sind Online-Games auch ein eleganter Ausweg aus dem Dilemma, wie etwa das auch in China erfolgreiche World of Warcraft [WoW] zeigt, das dort Anfang Juni in den Handel kam. Zu den besten Zeiten spielen 450.000 Chinesen WoW online, zu Preisen von fünf US-Cent pro Stunde.

Strenge gesetzliche Bahnen

Doch auch in China ist nicht alles Gold was glänzt, vor allem die strengen staatlichen Regeln zwingen die Geschäfte in enge Bahnen. Spiele seien ein sehr ernsthaftes Geschäft in China, so Zhaohui Liu, alleine drei Ministerien würden sich mit Videospielen beschäftigen.

So wurde letztes Jahr ein schwedische Spiel namens Hearts of Iron verboten, weil es unter anderem die Mandschurei und Tibet als unabhängige Nationen darstellte. Auch ein norwegischer Shooter verärgerte die Behörden.

China habe ein anderes politisches System, meint Zhaohui Liu. Daraus folge, dass Dinge aus einer anderen Perspektive beurteilt und in manchen Gebieten andere Meinungen herrschen würden.

Allerdings herrschen da wie dort offenbar die gleichen Bedenken, vor allem über die Zeit, die immer mehr Jugendliche mit Online-Games verbringen und welche Art von Spielen sie dabei spielen.