Illegale Software als Jobkiller
In Asien lag der Anteil von unrechtmäßig kopierter Software 2004 bei unverändert 53 Prozent, vor allem hier entstehe der IT-Wirtschaft ein Schaden in Milliardenhöhe, so der Softwarehersteller-Verband BSA.
Die BSA geht davon aus, dass eine Senkung der Fälscherquote um zehn Prozentpunkte der Wirtschaft der Pazifikregion bis 2009 zusätzliche 135 Milliarden Dollar [rund 115 Mrd. Euro] und zwei Millionen neue Jobs einbringen könnte. Die Branche könne dadurch drei Mal so schnell wachsen wie in den vergangenen vier Jahren.
12.000 Jobs für Österreich
In Österreich liegt der Anteil von unrechtmäßig kopierter Software bei 25 Prozent, eine Reduktion auf 15 Prozent bis 2009 würde der Wirtschaft hier zu Lande 12.000 neue Jobs bringen, sagt eine IDC-Studie, bei der im Auftrag der BSA 70 Länder untersucht wurden.
Eine Reduktion der Fälscherquote sei machbar, so BSA-Präsident Robert Holleyman, und würde den nächsten weltweiten High-Tech-Boom einläuten.
Das Beispiel Österreich [pdf]Mit 25 Prozent werken hier zu Lande EU-weit die wenigsten Piraten.
Österreicher "bravste" Software-KäuferWeltweit 2,4 Millionen neue Jobs
Weltweit sollen durch eine Reduktion von unrechtmäßigen Softwarekopien um zehn Prozent 2,4 Millionen neue Jobs und 400 Milliarden Dollar Wirtschaftswachstum entstehen. Zudem sollen 67 Milliarden Dollar mehr an Steuereinnahmen fließen.
Der globale IT-Markt soll der Berechnung nach außerdem bis 2009 statt der prognostizierten 33 Prozent um zusätzliche 45 Prozent wachsen.
Die Anzahl von illegalen Kopien ist in den letzten Jahren konstant gesunken, 35 Prozent seien aber immer noch ein Mehrfaches von dem, was Geschäfte durch Ladendiebstahl verlieren würden, so die BSA. Müssten die Software-Firmen den Verlust nicht mit einkalkulieren, könnten sie ihrerseits auch mehr Leute einstellen, so das Argument.
USA würden am meisten profitieren
Als Einzelland am meisten würden laut der Studie die USA von
einer Senkung der Fälscherquote profitieren, bei dem vorgerechneten
Modell bis 2009 mit 132 Milliarden Dollar. In Europa würden 155.000
neue Jobs geschaffen.
Die Ergebnisse nach Regionen
Die Studie im Detail [pdf]Kritik an Berechnung
Den Berechnungen der BSA halten Kritiker entgegen, dass vor allem in Ländern mit einer hohen Fälscherquote viele Nutzer gar nicht das Geld für teure Software haben bzw. bereit sind, viel Geld für Software zu zahlen. Nicht zuletzt deswegen setzen Länder wie China oder Indien vermehrt auf freie Software wie Linux.
Vietnam mit höchster Quote
Derzeit ist die Quote von unrechtmäßig kopierter Software laut BSA in Vietnam mit 92 Prozent am höchsten, gefolgt von der Ukraine mit 91, China mit 90, Indonesien und Russland mit jeweils 87, Kasachstan mit 95 und Serbien-Montenegro mit 81 Prozent.
Nach Regionen aufgeteilt liegt Latein-Amerika mit 66 Prozent vor dem Mittleren Osten und Afrika mit 58 Prozent, gefolgt von der Region Asien-Pazifik mit 53 Prozent. Die USA haben mit 22 Prozent die niedrigste Rate, in der EU sind laut BSA 35 Prozent aller Softwareprodukte unrechtmäßig kopiert.
Freie Software für China und Indien
Vor allem in Indien versuchen weltweite IT-Größen derzeit
verstärkt Fuß zu fassen. Allerdings wird gerade freier Open Source
in Indien eine besonders rosige Zukunft vorausgesagt.
Bald 100 Millionen Netz-User in Indien
