08.12.2005

OENB-TOCHTER

Reges Interesse an Austria Card

Rund um die Austria Card, bisher 100-Prozent-Tochter der Oesterreichische Nationalbank [OeNB], beginnt der Verkaufspoker. Der offizielle Verkaufsprozess soll Anfang 2006 starten.

Unter den bisher bekannten fünf Bewerbern befinden sich der deutsche Siemens-Konzern und die Österreichische Staatsdruckerei [ÖSD], berichtet der "Kurier" [Donnerstags-Ausgabe].

"Wir interessieren uns dafür und wollen die Austria Card kaufen", bestätigte Noch-Siemens-Chef Albert Hochleitner. Siemens ist im Verkehrsbereich breit vertreten, im Zahlungsverkehr bisher weniger.

Auch die Staatsdruckerei hat laut Vize-Aufsichtsratspräsident Robert Schächter ihr Kaufinteresse bereits deponiert.

Standortgarantie wird verlangt

Die ÖSD stellt Reisepässe und die neuen Personalausweis-Karten her. Sowohl Siemens als auch die Staatsdruckerei bringen die von der Nationalbank geforderte Kompetenz im Exportgeschäft mit.

Neben den beiden genannten Firmen soll es noch drei weitere Interessenten geben, einer dürfte das deutsche Karten-Unternehmen Giesecke, das seit Wochen in Deutschland bestreikt wird, weil deren Kartenfertigung in die Slowakei verlegt wird.

Die Nationalbank, die möglicherweise mit bis zu 25 Prozent an der Austria Card beteiligt bleibt, verlangt von den Käufern eine Standortgarantie.