05.12.2005

ZERRISSEN

Das Dilemma der Swisscom

Die zu zwei Drittel in Staatsbesitz befindliche Swisscom setzt mit über 15.000 Mitarbeitern immerhin umgerechnet rund 6,5 Mrd. Euro um und macht mehr als eine Milliarde Euro Gewinn im Jahr.

Mit prall gefüllter Kasse ist der Marktführer stetig auf der Suche nach Übernahmekandidaten, um selbst nicht gefressen zu werden. Jetzt könnte ihm genau dieses Schicksal drohen. Der Bund will seine Anteile schnell verkaufen, bis dahin darf sich die Swisscom aber nicht zu stark im Ausland engagieren.

Auslandsaktivitäten sind verboten

Und das, nachdem die Regierung in Bern angekündigt hatte, sie wolle ihr Paket im Wert von umgerechnet 11,3 Mrd. Euro verkaufen, werde aber gleichzeitig der Swisscom Auslandsaktivitäten verbieten.

Erst nach massivem Druck schwächte die Regierung das Verbot dahingehend ab, dass der Swisscom kleinere Zukäufe erlaubt sein sollen. So genannte Grundversorger aber bleiben tabu. Die Regierung ist in der Frage zerstritten.

Swisscom mit erfolglosen Übernahmeversuchen

Sie hatte jedoch dem Wettbewerb nicht mehr standgehalten und Schulden in Höhe von mehr als zehn Mrd. Euro angehäuft.

Einer der Gründe für den Niedergang war die internationale Verzettelung der Airline. Blocher sieht die Swisscom in einer ähnlichen Weichenstellung.

Die Swisscom hat nun Gespräche mit der irischen Eircom abgebrochen. Auch an der dänischen TDC war sie angeblich interessiert. Ihre Übernahmeversuche von Cesky Telecom und Telekom Austria waren schon gescheitert.