Südkorea setzt auf TV auf dem Handy
Die drei größten Sender Südkoreas haben nun weltweit als Erste den Regelbetrieb für die terrestrische Übertragung von Daten und Fernsehbildern auf der Grundlage von DMB [Digital Multimedia Broadcasting] aufgenommen.
Der südkoreanische Staatspräsident Roh Moo Hyun rief das Land dazu auf, die Technologie der digitalen Multimedia-Ausstrahlung zu einer Schlüsselindustrie auszubauen. Der Markt könne es in den nächsten fünf Jahren auf einen Wert von zwölf Billionen Won [etwa 9,9 Mrd Euro] bringen.
Die Mobilfunker des Landes halten sich mit der Vermarktung von Handys für den TV-Empfang allerdings noch zurück, weil sie Verluste fürchten. Im Gegensatz zur Satellitenübertragung ist der Empfang über Antenne gebührenfrei.
Bereits im Mai startete Südkorea den kommerziellen Betrieb von DMB über Satellit. In Deutschland gibt es für das "Handy-TV" bisher weder Anbieter noch Infrastruktur. Als Übertragungsstandard steht zudem auch auch das leistungsstärkere Format DVB-H zur Wahl.
Testlauf für Fußball-WM auf dem HandyZuerst Seoul, dann landesweit
Die terrestrische Übertragung von TV-Programmen für Handys wird zunächst nur im Großraum Seoul möglich sein, bevor die Reichweite im nächsten Jahr landesweit ausgebaut werden soll.
Die Technik kann auch in Laptops oder Navigationssystemen eingesetzt werden. Zunächst stehen sieben Video-, 13 Audio- und acht Datenkanäle zur Verfügung.
Bei DMB handelt es sich um eine Erweiterung des Hörfunkstandards DAB [Digital Audio Broadcasting].
Ob es in Deutschland bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 das "Handy- Fernsehen" geben wird - entweder im DMB-Standard oder mit DVB-H, ist noch ungewiss.
Reichlich Hürden für Handy-TV
