"Cybercrime profitabler als Drogenhandel"
Internet-Kriminalität war 2004 weltweit profitabler als der Drogenhandel, urteilt Valerie McNiven, die unter anderem das US-Finanzministerium in Fragen zur IT-Sicherheit berät.
Bei einer Konferenz zur Sicherheit im Bankensektor in Riad schätzt McNiven, dass IT-Verbrechen 2004 erstmals die Einnahmen aus dem Rauschgifthandel übertroffen hätten, der mit 105 Milliarden Dollar beziffert wurde.
Weil viele Firmen und Anwender Angriffe auf ihre IT-Systeme aber gar nicht melden, sind Schätzungen über die Schadenshöhe sehr schwierig und mit Vorsicht zu genießen.
Phishing-Attacke in Österreich
Nach den USA und Deutschland hat es im September auch in
Österreich eine große Phishing-Attacke gegeben. Laut
Bundeskriminalamt [BK] wurde aber bisher niemand geschädigt.
Bisher keine Phishing-GeschädigtenEntwicklung wird sich verschärfen
Die Strafverfolgung könne mit der Geschwindigkeit der Internet-Kriminalität nicht Schritt halten. Beispielsweise seien Phishing-Seiten oft zu kurz online, um rechtzeitig reagieren zu können.
Schwellenländer würden diese Entwicklung in den nächsten Jahren noch verschärfen, so McNiven. IT-Anwendungen, wie zum Beispiel Online-Banking, hätten es in diesen Ländern ungleich schwerer, da sofort nach Einführung mit Angriffen gerechnet werden müsse.
Die weltweite Vernetzung würde zudem nicht nur Pornografie, sondern auch die Abwicklung von Menschenhandel erleichtern, glaubt McNiven.
