Design-Kampf auf dem Handymarkt
2005 sollen dank des Wachstums in den Schwellenländern insgesamt 810 Millionen Handys verkauft werden, so die jüngste Prognose des Marktforschungsinstituts Gartner. Nach unterschiedlichsten Entwicklungen wie Klapp- und Kamerahandys zeichnet sich nun ein neuer Trend auf dem Markt ab: die ultradünnen Handys.
Vorreiter ist dabei der zweitgrößte Handyhersteller Motorola, der mit dem "Razr"-Modell offenbar Standards setzt. Zwölf Millionen Stück wurden von dem Gerät, das nur 14 Millimeter dick ist und 95 Gramm wiegt, bisher abgesetzt.
Motorolas Zugpferd
Mit dem "Razr" konnte Motorola - bisher nicht unbedingt als Design-Vorreiter bekannt - nicht nur seine Marktanteile, sondern auch Umsatz und Gewinn deutlich ausbauen - dieser Status will aber erst einmal gehalten werden.
Noch vor Ende des Jahres will der südkoreanische Samsung-Konzern, der Motorola in Europa seinen zweiten Platz in der Hersteller-Rangliste zeitweise streitig macht, mit fünf hauchdünnen Handys den Markt erobern.
Im dritten Quartal vollführte Motorola bei den Marktanteilen von allen Herstellern den größten Sprung, indem es von 13,5 auf 18,7 Prozent zulegte.
Handyabsatz steigt auf RekordniveauSamsung greift Motorola an
Die Koreaner haben heuer mit dem "V740" und dem "V8400" bereits zwei "Razr"-Konkurrenten auf den Markt gebracht, die aber vom Design her nicht gegen Motorola ankamen.
In Südkorea, wo die Käufer traditionell nationale Marken bevorzugen [die Koreaner sind offenbar auch gegen den iPod "immun"], war das "Razr" im September das meistverkaufte Handy.
Mit den neuen Modellen zielt Samsung vor allem auf Business-Nutzer ab. Alle Handys sind sehr flach gebaut, wobei vor allem das scheckkartengroße "SGH-P300" mit einer Dicke von knapp neun Millimetern hervorsticht [86 mal 54 mal 8,9 mm].
Laut Analysten hat Samsung zwar oft einen technologischen Vorsprung [etwa bei der Qualität von Handykameras], schafft es jedoch nicht, beim Design zu überzeugen.
Samsung verzichtet natürlich nicht auf mittlerweile fast schon serienmäßige "Extras" wie 1,3-Megapixel-Kamera, Bluetooth, Fotolicht, Musik-Player und USB-Unterstützung.
Neues von Samsung und Sony EricssonNokia ist unbeeindruckt
Auch sonst setzen immer mehr Hersteller auf Handy-Flachmänner. Einzig Branchenprimus Nokia scheint sich aus dem "Schlankheitswahn" herauszuhalten. Die neuesten Multimedia-Modelle wie das "N71" und "N92" sind sogar relativ voluminös. Bisher wurden auch keine neuen "dünnen" Handys angekündigt.
Das kann mehere Gründe haben: Einerseits haben die Finnen in der Vergangenheit schon öfter wichtige Trends, etwa die Klapphandys, einfach verschlafen. Es könnte aber auch sein, dass der Marktführer nicht als Nachahmer abgestempelt werden will, wie Branchenkenner glauben.
