28.11.2005

FORDERUNG

Kontrolle der Büro-Überwacher

Die technischen Entwicklungen am Arbeitsplatz - Zutrittskarten, PCs und Überwachungskameras - geben Unternehmen zunehmend die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter rund um die Uhr zu überwachen und vollständige Verhaltensprofile zu erstellen.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten [GPA] fordert daher nun die verpflichtende Einrichtung von Datenschutzbeauftragten in Unternehmen, um zu kontrollieren, ob sich Arbeitgeber dabei an das Datenschutzgesetz halten.

Regelungen für private Überwachung

SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier sprach sich mit Verweis auf die Überwachungsaffäre im Finanzministerium im Vorjahr für die Einrichtung von Datenschutzbeauftragten auch in den Ministerien aus.

SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer verlangte bei der Enquete im Zusammenhang mit dem Sicherheitspolizeigesetz eine Novellierung des Datenschutzgesetzes.

Bei den Ton- und Bildaufnahmen privater Personen im öffentlichen Raum fehle es an eindeutigen Regeln; für den einzelnen Betroffenen seien diese viel zu wenig transparent.

"Je präziser die Regelung, desto größer die Rechtssicherheit", sagte der SPÖ-Vorsitzende.

Warnung vor "Sicherheitsillusion"

Peter Schaar, Vorsitzender der europäischen Datenschützer, warnte in Hinblick auf geplante Lockerungen beim Datenschutz auf EU-Ebene vor einer "Sicherheitsillusion".

Mit den neuen biometrischen Pässen - die im Frühsommer 2006 in Österreich eingeführt werden - hätte man die Terroranschläge in London nicht verhindern können, betonte der Datenschützer.

Eine verstärkte Überwachung würde, anstatt das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken, die EU-Skepsis nähren, glaubt Schaar. Er mahnte daher, die Notwendigkeit von Datenerhebungen sorgfältig zu erwägen und auf unnötige Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen zu verzichten.