23.11.2005

RAUBKOPIEN

Filmindustrie fordert härtere Strafen

Das nach wie vor fehlende Verständnis der Österreicher gegenüber der Piraterie-Problematik kritisierte VAP-Präsident Ferdinand Morawetz, Geschäftsführer von Buena Vista Austria, am Dienstag bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz des Vereins für Anti-Piraterie [VAP] der österreichischen Filmindustrie.

Allein im Vorjahr seien illegale Kopien im Wert von 15 Mio. Euro verkauft worden, so VAP-Rechtsanwalt Andreas Manak.

Im laufenden Jahr hat man bereits über 9.000 Datenträger mit urheberrechtlich geschütztem Filmmaterial beschlagnahmt, 20 Hausdurchsuchungen wurden durchgeführt und 25 neue Strafverfahren eingeleitet.

Strafen auch für Käufer gefordert

Bisher ist der Kauf einer illegalen DVD in Österreich nicht strafbar, der VAP plädiert nun dafür, Verwaltungsstrafen für die Käufer einzuführen. Eine strafrechtliche Verfolgung wird aber nicht angestrebt.

Des Weiteren will die Filmindustrie im Zuge einer Gesetzesnovelle die Behandlung von Urheberrechtsverletzungen als Ermächtigungsdelikt durchsetzenn. "Die Polizei muss aktiv werden können, ohne dass jeder Schritt von einem Untersuchungsrichter genehmigt werden muss", so Manak.

Auch die Strafandrohungen sollen nach Wunsch des VAP weiter erhöht werden. Gefordert wird eine Höchststrafe von bis zu fünf Jahren Haft statt bisher drei Jahre für gewerbliche Verkäufer von geschütztem Material.

Weiterhin keine legalen Angebote

Doch neue Angebote der Filmindustrie wie etwa legale Download-Möglichkeiten für Filme und TV-Serien lassen weiterhin auf sich warten.

Zwar wurde mit iTunes in den USA ein Anfang gemacht - dort werden Serien "Lost" und "Desperate Housewives" einen Tag nach der TV-Erstausstrahlung für 1,99 US-Dollar pro Folge angeboten - doch europäische Nutzer sind von diesem Angebot ausgesperrt.

Ob und wann TV-Serien-Downloads auch in Europa starten, konnten die Vertreter der Filmindustrie auf der Pressekonferenz nicht beantworten. Das Problem liege in der diffizilen Rechteverteilung.