25.10.2005

CINEPLEXX

Österreichs Kinos werden digital

Wenige Monate nachdem sich die großen Hollywood-Studios auf eine technische Norm für Produktion und Vertrieb digitaler Kinofilme geeinigt haben, startet nun auch in Österreich das digitale Kino-Zeitalter.

Die Cineplexx-Kette rüstet sieben ihrer Kinos in ganz Österreich mit digitalen Projektoren aus. Auch das Paschinger Hollywood Megaplex setzt auf digitale Projektion.

Für den Zuschauer bedeutet das gestochen scharfe Bilder und leuchtende Farben bei einer Bildbreite von bis zu 24 Metern - gegen einen Aufpreis von 50 Cent für ein Digital-Ticket.

Die Digitalkinos

Noch vor den Cineplexx-Kinos startet das Hollywood Megaplex in Pasching bei Linz den Digitalgenuss [Saal 2] mit dem Film "Flightplan" am Nationalfeiertag. Ebenfalls am 26.Oktober zeigt das Cineplexx Linz ein erstes Testscreening.

Ab 15. November wird der neue "Harry Potter" in Wien im Apollo-Kino [Saal eins], Cineplexx Reichsbrücke [Saal zwei], Cineplexx Wienerberg [Saal vier] und in den Cineplexx-Kinos in Graz, Linz, Salzburg [Airport] und Innsbruck digital zu sehen sein. Tickets können schon jetzt online bestellt werden.

100.000 Euro Investition pro Saal

Bisher verlief die Verbreitung der Digitaltechnologie wegen der hohen Kosten nur sehr schleppend. Pro Kinosaal verschlingt die Umrüstung auf Digitalprojektion mit zugehörigem Server um die 100.000 Euro.

Während in den USA die Filmindustrie den Kinobetreibern etwas zu den Investitionskosten zuschießt, kämpft man in Österreich noch hinter den Kulissen um eine solche Kostenbeteiligung.

Die eingesetzten Projektoren stammen von den Firmen Barco [Modell DP100] und Christie [Modell CP2000] und strahlen in 2K-Auflösung mit 2.048 x 1.080 Bildpunkten pro Farbe sowie einer Lichtstärke von maximal 12.000 Lumen.

Verschlüsselt auf Festplatte

Da erst wenige Filmproduktionen ausschließlich mit digitaler Technik aufgenommen werden, müssen die meisten Filme derzeit noch von Filmrolle digitalisiert werden.

Die Lieferung der Digitalfilme erfolgt auf Festplatte - natürlich verschlüsselt. Nur mit dem korrekten Schlüssel und der richtigen Kombination aus Server, Projektor und Kinokennung lässt sich das Filmmaterial auf den Server über- und anschließend abspielen. Raubkopierenden Filmvorführern soll so das Handwerk gelegt werden.

In Zukunft sollen die Filme via Satellit oder Breitband-Internet in die Kinos kommen. Kleinere Kinos haben so den Vorteil, schneller neue Kinofilme zeigen zu können.