18.11.2005

BILANZ 2004/05

Infineon steckt im Tief

Im Geschäftsfjahr 2004/05 landete der Konzern mit einem Nettofehlbetrag von 312 Millionen Euro tief in den roten Zahlen, wie Infineon am Freitag mitteilte.

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen unter dem Strich noch einen Gewinn von 61 Millionen Euro gemacht. Auch ein massives Sparprogramm half dem Konzern nicht.

Die positiven Auswirkungen seien "durch den starken Preisdruck sowie den Verlust von Marktanteilen bei einigen unsere Mobilfunkkunden mehr als aufgehoben" worden, erklärte Infineon-Vorstandschef Wolfgang Ziebart.

Umsatz gesunken

Der Umsatz sank im laufenden Jahr im Vergleich zu 2004 um sechs Prozent auf rund 6,75 Milliarden Euro. Im vierten Quartal [Stichtag 30. September] verbuchte Infineon einen Nettoverlust von 100 Mio. Euro gegenüber einem Gewinn von 44 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Erst am Donnerstag hatte der Konzern einen radikalen Umbau eingeleitet: Die defizitäre Speicherchipsparte soll abgetrennt und möglichst bald an die Börse gebracht werden.

Mehrheit auch nach Aufspaltung

Infineon will auch nach der geplanten Aufspaltung zunächst eine Mehrheit an seiner Speicherchip-Sparte halten.

Das gelte für den Fall eines Börsengangs, so Ziebart am Freitag. Als Grund nannte er unter anderem patentrechtliche Fragen. Langfristig sei auch eine Minderheitsbeteiligung denkbar.

Für das kommende Geschäftsjahr sieht Infineon Licht am Ende des Tunnels: Der Konzern erwartet eine Geschäftsentwicklung "im mittleren einstelligen Bereich", die das prognostizierte Wachstum im weltweiten Halbleitermarkt widerspiegelt.