Koch Media will JoWooD retten
Die Tiroler Software- und DVD-Gruppe Koch Media AG soll sich im Zuge einer "finanzwirtschaftlichen Restrukturierung" als Aktionär und strategischer Partner an der angeschlagenen JoWooD beteiligen, teilte der börsennotierte Computerspielhersteller am Donnerstagabend ad hoc mit.
Entschuldung von 10,5 Mio. Euro
Koch Media habe sich bereit erklärt, im Rahmen einer Entschuldung Forderungen gegenüber JoWooD abzukaufen bzw. einzulösen und diese nach einer durchzuführenden Kapitalherabsetzung durch Zusammenlegung von Aktien im Verhältnis 4:1 im Zuge einer Sachkapitalerhöhung in das Unternehmen einzubringen.
Bei einer geplanten Umwandlung von Verbindlichkeiten in Eigenkapital soll es zu einer Entschuldung im Ausmaß von rund 10,5 Mio. Euro bei gleichzeitiger Stärkung der Eigenkapitalbasis kommen. Zusätzlich sollen Forderungen einzelner Gläubiger nachrangig gestellt werden, heißt es.
Im letzten Quartal wies JoWooD erstmals ein negatives Eigenkaptal von minus 7,2 Mio. Euro aus. Von Juli bis September erwirtschaftete JoWooD zudem einen Konzernverlust von rund acht Mio. Euro.
JoWooD gerät immer mehr in BedrängnisBarkapitalerhöhung für 2006 geplant
Der Einstieg von Koch solle in einer bevorstehenden außerordentlichen Hauptversammlung abgesegnet werden, deren Einberufung am Freitag im Amtsblatt der Wiener Zeitung erfolgen werde.
Der Sachverhalt sei der Übernahmekommission unter Inanspruchnahme der Sanierungsausnahme gemäß § 25 Abs. 1 Z 4 ÜbG angezeigt worden. Diese habe auf Basis des angezeigten Sachverhalts von der Anordnung eines Pflichtangebots abgesehen.
Nach Durchführung dieser finanzwirtschaftlichen Restrukturierung plane JoWooD, unter der Prämisse positiver kapitalmarktseitiger Voraussetzungen, im Jahre 2006 eine Barkapitalerhöhung unter Wahrung der Bezugsrechte durchzuführen, heißt es in der von Vorstand Albert Seidl unterzeichneten Mitteilung.
Die JoWooD-Aktie setzte am Freitag zum "Höhenflug" an. Das Papier kletterte am Vormittag um 44,19 Prozent auf 0,62 Euro. Bereits am Vortag hatte die Aktie um mehr als 10 Prozent zulegen können.
