Kapsch schreibt wieder Gewinne
Der Wiener Telekom-Ausrüster Kapsch schreibt nach der Krise und dem Abbau von 1.000 Mitarbeitern wieder Gewinne und will mit Zukäufen wieder wachsen.
Ein zweistelliger Millionenbetrag stehe für Firmenzukäufe zur Verfügung, berichtete der Vorstand des Familienunternehmens in seiner ersten Bilanzpressekonferenz seit vier Jahren. Exportschlager soll ein neues Pkw-Mautgerät werden, das Kapsch am Mittwoch in Wien präsentierte.
Im Geschäftsjahr 2004/05 hat das Unternehmen mit nun rund 2.000 Mitarbeitern 353,8 Mio. Euro umgesetzt und dabei einen Betriebsgewinn von 18,3 Mio. Euro erzielt. 2002, auf dem Höhepunkt der Unternehmenskrise, hatte Kapsch noch 44,2 Mio. Euro Verlust geschrieben.
Mehr liquide Mittel
Die liquiden Mittel übersteigen laut Unternehmenschef Georg
Kapsch mittlerweile wieder die Verbindlichkeiten. Seit Ende 2001
habe das Unternehmen die Schulden um 106 Mio. Euro reduziert. Zum
Höchststand waren die Verbindlichkeiten laut Finanzchef Franz
Semmernegg bei rund 216 Mio. Euro gelegen.
Kapsch wird MautbetreiberFinanzmarkt fasst Vertrauen
Den noch ausständigen Teil eines im Jahr 2000 aufgenommenen, 68 Mio. Euro schweren Akquisitionskredites, mit dem eine Familienhälfte die andere ausgekauft hat, hat die Familie durch eine große Bankengruppe auf sieben Jahre refinanziert. "Das zeigt, dass der Finanzmarkt Vertrauen in uns wieder gefunden hat", sagte Kapsch.
Aus dem vor vier Jahren angekündigten Börsengang des Unternehmens wird aber vorerst nichts. Die Familie will nun längerfristig ihre Anteile behalten - auch an der auf Mauttechnik spezialisierten Kapsch Traffic Com, obwohl dieser Teilbereich wie erwartet in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen ist.
Das neu entwickelte Mini-Gerät für die Pkw-Mautabbuchung soll "in Zukunft bei vielen Millionen Autofahrern im Auto sein" - und das "in vielen Ländern, allerdings im Moment nicht in Österreich". Die Einführung der Pkw-Maut in Österreich sei Sache der Politik, auch wenn sich das Unternehmen "natürlich" für einen entsprechenden Auftrag interessieren würde, erklärte Georg Kapsch.
