Kapsch wird Mautbetreiber
Bisher war Kapsch nur technischer Lieferant und als solcher bereits Weltmarktführer für elektronische Mautsysteme.
Künftig wolle man auch den kommerziellen Betrieb der Mautsysteme übernehmen und diese um Telematik-Dienste wie Verkehrsinformationssysteme und Section-Control [Geschwindigkeitsmessungen] erweitern, erklärte der Chef der Firmengruppe, Georg Kapsch.
Für den Betrieb des Mautsystems hat sich Kapsch neue Partner an Bord geholt: aus Frankreich die drittgrößte europäische Autobahngesellschaft Autoroutes Paris Rhine Rhone [APRR] und den portugiesischen Autobahnbetreiber Brisa.
Erste Bewährungsprobe für die neue Kooperation wird die Ausschreibung des Mautsystems in Tschechien sein.
Kapsch Telematic ServicesKeine ASFINAG-Konkurrenz
Die Kapsch-Mauttochter TrafficCom hat für diese Kooperation bereits im Frühjahr ein neues Tochterunternehmen gegründet, die Kapsch Telematic Services GmbH. An diesem Unternehmen haben sich APRR und Brisa mit jeweils 15 Prozent beteiligt.
Mit der österreichischen ASFINAG, die sich selbst als Mautbetreiber etablieren will und dafür erst vor kurzem in Österreich den Betrieb des Lkw-Mautsystems von der italienischen Autostrade übernommen hatte, will Kapsch mit dem neuen Engagement nicht konkurrieren - zumindest nicht im Inland.
Inland ist Tabu
"Wir werden sicher nicht unseren großen Kunden Konkurrenz
machen", betonte Kapsch. Tabu ist aus diesem Grund auch etwa
Australien, wo Kapsch bereits mit einer Reihe von Mautbetreibern
Geschäfte macht.
Maut-Ausweitung "technisch kein Problem"
