Volkszählung wird digitalisiert
Der Ministerrat hat am Dienstag das Registerzählungsgesetz beschlossen, das die Modalitäten der elektronischen Volkszählungen regelt.
Dabei sollen nur noch Daten aus bereits vorhandenen Datenbanken ausgewertet werden - Fragebögen sollen bei Volkszählungen grundsätzlich nicht mehr verteilt werden. Nur noch bei "kleinen Stichprobe" sollen Fragebögen zum Einsatz kommen.
Auswertung bestehender Datenbanken
Die "Registerzählung", die erste reguläre soll 2010 stattfinden, besteht nun aus der Auswertung von Daten, die schon jetzt in einem halben Dutzend Datenbanken wie dem Zentralen Melderegister und dem Bildungsregister enthalten sind. Laut Statistik Austria soll die nächste Volkszählung so schneller und günstiger ablaufen.
Merkmale, die in den verschiedenen Datenbanken [den "Registern"] nicht vorkommen, werden von der Volkszählung allerdings auch nicht berücksichtigt.
Damit wird die nächste Volkszählung beispielsweise keine Angaben mehr über den Beruf der Österreicher enthalten. Dieses Merkmal wird künftig nur noch bei den vierteljährlichen Mikrozensus-Befragungen erhoben, deren Daten allerdings nur für die Bundesländer und nicht bis hinunter auf die Gemeindeebene repräsentativ sind.
Amtsdaten der Österreicher werden vernetztErster Feldversuch 2006
Beim im ersten Halbjahr 2006 geplanten Feldversuch soll überprüft werden, ob die Verknüpfung der unterschiedlichen Datenbanken auch die gewünschten Ergebnisse bringt.
Projektleiter Peter Findl von der Statistik Austria rechnete diesbezüglich mit Kosten von rund sechs Mio. Euro. Eine "Vollzählung" mit Fragebögen, wie sie 2001 zuletzt durchgeführt wurde, würde laut Findl rund 100 Mio. Euro kosten.
Ganz ohne persönliche Befragungen wird aber auch die Registerzählung nicht auskommen. Sollten beim Abgleich der Datenbanken in Einzelfällen grob widersprüchliche Angaben auftreten [wenn etwa zwei Datenbanken für eine Person unterschiedliche Wohnsitze aufweisen], dann werde man bei den Betroffenen nachfragen müssen, so Findl. Wie oft das der Fall sein wird, ist aber noch nicht abschätzbar. Klarheit soll der Feldversuch bringen.
