10.11.2005

UMSTRITTEN

Videospiel-Abhängigkeit auch körperlich

Die Berliner Universitätsklinik Charite hat eine Studie vorgestellt, deren Ergebnis Videospiel-Gegner einerseits in ihrer Meinung bekräftigen wird. Andererseits wird ein altes Vorurteil widerlegt.

Demnach sollen Computerspielen auf die selbe Weise süchtig machen wie Drogen- oder Alkoholkonsum.

"Exzessives Computerspielen aktiviert vermutlich gleiche Strukturen im Hirn wie stoffliche Drogen", erklärte die Suchtforscherin Sabine Grüsser.

Bereits zwölf Prozent aller Computerspieler zeigten ein süchtiges Verhalten. Es gebe aber keinen Hinweis, dass exzessives Spielen besonders aggressiv mache.

Im "Suchtgedächtnis" abgespeichert

In der Studie verglichen die Wissenschaftler die Hirnstromreize von 15 durchschnittlichen und 15 exzessiven Computerspielern.

Das Ergebnis: Bei exzessiven Spielern werden ebenso wie bei Alkohol- oder Cannabissüchtigen das Belohungssystem im Hirn aktiviert und die positiven Erfahrungen in einem Suchtgedächtnis gespeichert.

Als exzessiver Spieler gilt, wer mindestens drei Kriterien für Abhängigkeit erfüllt, darunter Entzugssymptome und Vernachlässigung anderer Interessen.